www.gruene-mitte.comHamburg-Mitte

Unkompliziert Fahrradabstellplätze – Bezirk scheut Kosten und Mühen

Foto von Dirk Schreuders/Fietsvlonders
Foto von Dirk Schreuders/Fietsvlonders

Die Niederlande machen es vor: Ohne großen Aufwand werden bis zu 10 Fahrradstellplätze auf einem Autoparkplatz geschaffen. Mobile Plattformen mit Fahrradbügeln werden unkompliziert auf einen Kfz-Stellplatz gekrant und jede*r kann in den kommenden Monaten beobachten, wie gut sie angenommen werden. Sie dienen also als temporärer Testlauf. So wird vor einer möglichen dauerhaften Umwandlung der tatsächliche Bedarf an Abstellplätzen ermittelt und die Anwohner*innen an der Entscheidung über langfristige Lösungen beteiligt. Die GRÜNE Fraktion Hamburg-Mitte hatte im Januar beantragt, das Bezirksamt möge ähnliche Konzepte für Hamburg-Mitte entwerfen. Dabei sollen regelmäßige, mehrmonatige Modellversuche an wechselnden Standorten aufgelegt werden - mit Beteiligung der Anwohner*innen zur Auswahl der Aufstellungsorte und an der Entscheidung über eine dauerhafte Umwandlung. 

Die Koalition von SPD, CDU und FDP lehnte die Entwicklung von Konzepten für Modellversuche und eine temporäre Aufstellung an möglichen Standorten ab. Es wurde sich lediglich unserer ersten Forderung angeschlossen: die Bezirksverwaltung möge prüfen, ob die Anschaffung von mobilen Fahrradabstellanlagen durch den Bezirk überhaupt möglich sei. Im Mobilitätsausschuss gab es nun im Februar die Rückmeldung seitens der Bezirksverwaltung, dass einige Modelle geprüft wurden, sie aber davon abrate, sich weiter mit mobilen Fahrradabstellplätzen zu beschäftigen. Aus Sicht des Bezirksamtes seien die Kosten zu hoch, es fehlten Lagerkapazitäten und der Bedarf könne durch die erfahrenen Verkehrsplaner des Bezirks auch ohne solche Lösungen beurteilt werden. Die höheren Kosten relativieren sich allerdings, da die Plattformen mehrfach eingesetzt werden und helfen können, unnötige Umbauten zu verhindern. Lagerkapazitäten werden nicht benötigt, wenn sich die Testläufe nahtlos aneinander anschließen. Und Verkehrsplaner können nur Bedarfe ermitteln, die schon entstanden sind. Mobilitätswende bedeutet aber gerade, durch neue Angebote auch neue Bedarfe zu schaffen.

Gleichzeitig kommt positives Feedback aus den Stadtteilen: Der Kulturladen St. Georg z.B. würde solch eine Abstellanlage mit Handkuss nehmen und sich sofort für eine Versuchsfläche anmelden! Karin Zickendraht von der GRÜNEN Fraktion Hamburg-Mitte sagt dazu: "Die Koalition und die Bezirksverwaltung beschränken sich damit leider auf einen Ausbau des Altbekannten. Für eine echte Mobilitätswende braucht es aber mehr Innovation, mehr Experimentierfreude und mehr Angebote.“