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Spaziergang durch Planten un Blomen

Rund 30 interessierte Bürger*innen nahmen am Samstagsspaziergang durch Planten un Blomen teil, zu dem die GRÜNEN Bezirksfraktion Hamburg-Mitte eingeladen haben. Der Fraktionsvorsitzende Michael Osterburg und sein Stellvertreter Lothar Knode führten durch Hamburgs größten innerstädtischen Park. Auf unserem gemeinsamen Rundgang machten wir uns ein Bild von den baulichen Veränderungen, die dort vielerorts geplant sind und zum Teil schon begonnen haben.

Gleich zu Beginn, am alten Haupteingang zum Park, wurde über die geplante U5-Erweiterung und die in Betracht kommende innerstädtische Haltestellenvergrößerung am Stephansplatz diskutiert. „An dieser Stelle wäre eine optimale Vernetzung mit anderen Linien gewährleistet“, so Michael Osterburg. Einspruch kam an dieser Stelle von Dr. Joachim Schnitter, Mitglied des Denkmalrats, der auf mögliche Einbußen des japanischen Gartens hinwies. Der Ausbau der Linie U5 ist zu Beginn der 2020er Jahre geplant und soll im Wesentlichen die weiter draußen liegenden Stadtteile im Westen (Osdorf) und im Osten (Bramfeld) mit der Innenstadt verbinden. „Natürlich werden wir uns für einen Kompromiss stark machen, so dass sowohl Bäume als auch Teile der Erholungsfläche Japanischer Garten erhalten werden können.“, versichert Michael Osterburg.

Unser Rundgang führte uns zum CCH, das bis ins Jahr 2020 umfangreich umgebaut und modernisiert wird. Unter anderem wird die Marseiller Straße, die ehemals durch das unterirdische Parkhaus führte, zurückgebaut und die ehemalige Straßenfläche dem Park zugesprochen. Obwohl die angrenzende Bucerius Law School einen Anbau auf diesem Areal plant, werden hier über 2 Hektar neue Grünflächen entstehen -  und das mitten in der Stadt!

 

Die Befürchtung, dass der Neubau der privaten Jura-Universität zu hoch geraten und die teilweise denkmalgeschützten Schaugewächshäuser im wahrsten Wortsinn in den Schatten stellen könnte, wurde bereits im Oktober 2017 durch die Bezirksversammlung ausgeräumt: Auf Antrag der GRÜNEN wurde beschlossen, dass Funktion, Standort und Zugang der Gewächshäuser erhalten bleiben soll.   

Das Thema Radverkehr ist nicht nur bei den GRÜNEN in Mitte ein großes Thema, sondern beschäftigt auch die Bürger*innen, wie sich durch zahlreiche Anmerkungen und Gespräche bei der rund zweistündigen Tour zeigte. Durch die Umbauarbeiten rund um das CCH sind einige hochfrequentierte Radstrecken, die rund um Planten un Blomen in die Innenstadt führten weggefallen – zum Beispiel die Tiergartenstraße. Darum setzt sich die Fraktion dafür ein, dass Jungius- und St. Petersburgerstraße in beide Fahrtrichtungen für den Radverkehr geöffnet werden, inklusive sicherem Radfahrstreifen. Seit Wegfall der beliebten und sicheren Radrouten in die City, nutzen vermehrt Radler*innen den Park zur Durchfahrt, was für Verärgerung bei den Menschen sorgt, die ihr Rad schieben bzw. den Park bewusst als fahrradfreies Erholungsgebiet behalten wollen. 

 

Weiter führte unsere Tour, vorbei an den bei strahlendem Sonnenschein gut besuchten Liegewiesen, zum Untersuchungsgefängnis, wo die Verschönerung der ca. 200 Meter langen Außenmauer geplant ist. Vor rund 40 Jahren wurde zuletzt an der Mauer gearbeitet, deren desolater Zustand sich besonders in den Wintermonaten offenbart, wenn die Bäume keine Blätter mehr tragen und der Blick auf verwitterte Verzierungen freigelegt ist. Der Vorschlag einer künstlerischen Neugestaltung liegt bereits vor, kann aber derzeit nicht weiter verfolgt werden, da nicht genügend Sicherheitspersonal zur Verfügung steht um die Arbeiten mit den Hebebühnen abzusichern.

Weiter ging es zur frisch sanierten Eis- und Rollschuhbahn, die nun auch über neue, kostenfreie öffentlichen Toilette verfügen. Und damit auch die Öffentlichkeit darüber im Bilde ist, soll in Kürze ein Schild darauf hinweisen.

 

Die vorletzte Station unseres Rundgangs war das ehemalige Projektbüro der Gartenausstellung von 1963, in dem seit Jahren die AWO eine Tagesbetreuung für Senioren anbietet. Das baufällige Gebäude senkt sich ab und soll nun für knapp 3 Millionen Euro saniert werden - die Gelder stellt der Bund zur Verfügung. Geplant ist die weitere Nutzung des Gebäudes für Senioren, aber auch die Öffnung für andere Gruppen. „Die aktuelle Konzepterarbeitung begleiten wir aufmerksam“, betont Lothar Knode, GRÜNER Bezirksabgeordneter aus der Neustadt, „der aufgeständerte Pavillon ist ein wertvoller Teil der Baukultur unseres Bezirks. Das Gebäude und auch den sozialen Treffpunkt wollen wir an diesem Ort unbedingt erhalten.“

Schließlich endete unsere Tour gegenüber des Museums für Hamburger Geschichte, das bis 2022 umfangreich saniert wird und sich mit einem zusätzlichen Eingangsbereich sowie Café zum Park hin öffnen soll. Von diesem Ende Planten un Blomens wird es bald eine bessere Verbindung zum Alten Elbpark geben, so dass der gesamte Grünzug der Wallanlagen leichter erfahrbar wird. Die Planung einer insbesondere für den Fußverkehr bequemeren, ebenerdigen Überquerung der großen Kreuzung am Millerntordamm hatte die GRÜNE Bezirksfraktion bereits im Oktober 2017 angestoßen.

 

„Die Attraktivität dieses für Hamburger Bürger so wichtigen Parks wird sich erhöhen und wir freuen uns insbesondere über den Zugewinn realer Grünflächen, die Entspannungsorte für Städter bieten.“, so Michael Osterburg abschließend.