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Durch die Neustadt mit Katharina Fegebank

Bei bestem Herbstwetter sind wir am Samstag, den 14. Oktober, gemeinsam mit unserer Zweiten Bürgermeisterin durch einen von Hamburgs zentralsten Stadtteilen spaziert: Quer durch die Nördliche Neustadt und die Wallanlagen ging es vorbei an spannenden Orten und Projekten – den 50 interessierten Teilnehmenden bot sich die Möglichkeit zum direkten Austausch mit den GRÜNEN Lokalpolitiker*innen. Dabei zeigte sich, dass Bürger*innen und Politiker*innen sich vor allem in einem einig sind: Die besondere Aufenthaltsqualität in den Wohnvierteln und im Park muss erhalten und geschützt werden.

Gestartet sind wir in der Wexstraße, in der sich Fuß-, Rad- und Autoverkehr oft in die Quere kommen: Die gepflasterte Einbahnstraße führt vom Großneumarkt zum Axel-Springer-Platz und ist für viele eine zentrale Wegachse von St. Pauli über die Neustadt in die Innenstadt. Doch Einbahnstraße und Kopfsteinpflaster führen dazu, dass Radfahrende teils auf die Fußwege ausweichen oder sich mit den PKWs in der engen Fahrspur begegnen. „Hier müssen wir über eine Verbesserung der Raumverteilung und die Schaffung einer vernünftigen Fahrspur für den Radverkehr nachdenken – auch zugunsten der Fußgänger*innen“, erläutert Lothar Knode, „das kann bedeuten, dass Pflastersteine abgeschliffen werden oder eine geteerte Spur entsteht – auch wenn Liebhaber*innen von Pflastersteinen das nicht gerne sehen.“

In der Steinwegspassage weist der Bezirksabgeordnete auf ein kleines künstlerisches Schmankerl der Neustadt hin: Hier hat Banksy 2002 die Grafik „Bomb Hugger“ hinterlassen, die jedoch 2015 übersprüht wurde und seitdem hinter einer Holzverkleidung auf ihre Restaurierung wartet. Im Sommer 2016 tauchte plötzliche eine Replik der Grafik am benachbarten Betonpfeiler auf – so ist das Motiv aktuell an diesem Ort wieder sichtbar. Es gab in der Vergangenheit immer mal wieder Debatten darüber, ob Banksys Kunstwerk im Museum Schutz finden soll – doch die GRÜNEN sind dagegen: „Street Art gehört in den Straßenraum und sollte hier für alle erfahrbar bleiben.“, so Michael Osterburg, Vorsitzender der GRÜNEN Bezirksfraktion.

Am Großneumarkt, dem Herz der nördlichen Neustadt, zeigte sich besonderes Interesse am Erhalt der Holzbuden auf dem Marktplatz, in denen sich schon seit vielen Jahren ein Gemüsehändler befindet. Aufgrund des Status als fliegende Bauten hat das Bezirksamt bisher keine Genehmigung zur Sanierung erteilt. „Der Gemüsehändler am Platz fungiert als wichtiger Dreh- und Angelpunkt im Stadtteil,“ bestätigt auch Quartiersmanager Sascha Bartz. Weiteres Potential zur Steigerung der Aufenthaltsqualität am Großneumarkt sehen die GRÜNEN in einer Umgestaltung der Verbindungsstraße vor der ehemaligen Polizeiwache und der Einrichtung öffentlicher Toiletten. Generell sollen Charakter und Bevölkerungsstruktur in der Nördlichen Neustadt geschützt werden, weshalb die GRÜNEN kürzlich die Aufstellung einer Sozialen Erhaltungsverordnung beantragt haben, wie sie für die Südliche Neustadt schon seit den 1990er Jahren besteht. Auch die Erhaltungsverordnungen für St. Pauli und St. Georg sind auf Initiative der GRÜNEN beschlossen worden.

Eines der aktuell spannendsten Projekte in der Neustadt ist die Planung des inklusiven Spielplatzes "Onkel Rudi" bei der KiTa in der Markusstraße. Beim Spaziergang stellten die Initiatorinnen - Eltern des Fördervereins der Kinder der KiTa Markusstraße - die Pläne vor und berichteten, wie diese mit Beteiligung von Kindern entstanden sind. Die hohen Baukosten von knapp 500.000 Euro werden zum größten Teil durch Spenden finanziert – die Bezirksversammlung bewilligte im Sommer 2017 eine Unterstützung von 170.000 Euro. So entsteht im kommenden Jahr Hamburgs erster barrierefreier öffentlicher Spielplatz in der Neustadt. „Es ist großartig, dass hier Inklusion im Stadtraum Wirklichkeit wird“, freut sich Katharina Fegebank, Zweite Bürgermeisterin, „eine inklusive Gesellschaft fängt bei den Kleinsten an und das nicht nur im Bereich der Schulbildung.“

Auf dem Weg Richtung Planten un Blomen machten wir noch kurzen Halt im Komponisten-Quartier. Dort erzählte Geschäftsführerin Rita Strate von den Bemühungen des Vereins Komponisten-Quartier Hamburg e.V., die Geschichte von Hamburger Komponist*innen an deren ehemaligen Wohn- und Wirkungsorten in der Stadt zu vermitteln. Neben diesen kulturellen Anziehungspunkten, ist es vor allem der Park „Planten un Blomen“, der von den Anwohner*innen der Neustadt geschätzt wird. Jede Veränderung im Park wird aufmerksam beobachtet.

Doch aktuell gibt es vor allem Positives zu verzeichnen: Die Eislaufbahn und der AWO Seniorentreff werden modernisiert und erhalten barrierefreie Zugänge. Durch zusätzliche Nutzungen sollen beide Orte in der Zukunft noch mehr Besuchergruppen ansprechen.„Wir wollen hier jedoch keine ‚Eventisierung‘ fördern,“ sagt Fraktionsvorsitzender Michael Osterburg, „sondern das Haus vorrangig für eine Vielzahl von Bürger*innen offen halten.“ Und der GRÜNE Wahlkreisabgeordnete Farid Müller ergänzt: „Die Sanierungen sind kostspielig - vor allem durch den Einbau von Fahrstühlen - aber genauso wie beim JUKZ am Stintfang denken wir, dass die Gelder an dieser Stelle gut eingesetzt sind und vielen Menschen zu Gute kommen.“ (Für das Jugend- und Kulturzentrum (JUKZ) in der südlichen Neustadt wurden kürzlich von der Bürgerschaft die Gelder zum Anbau eines Fahrstuhls bewilligt.)

Auch beim Museum für Hamburgische Geschichte stehen Umbauten an, die das Museum über eine verlagerte Gastronomie stärker mit dem Park verbinden sollen. Konkrete Baupläne liegen noch nicht vor. „Wir fordern hier eine frühzeitige Einbindung von Bürger*innen“, sagt Michael Osterburg, „das hat sich auch bei der Umgestaltung des Alten Elbparks als fruchtbar erwiesen.“ Dass man demnächst leichter von einem Park in den anderen kommt, ist der GRÜNEN Bezirksfraktion zu verdanken: Sie haben vergange Woche einen Antrag für eine ebenerdige Fußgängerüberquerung über den Millerntordamm in die Bezirksversammlung eingebracht. Da eine Brücke nicht finanzierbar ist, soll diese Lösung den Übergang von Planten un Blomen in den Alten Elbpark erleichtern und den Wallring als Ganzes erfahrbar machen.

Was Parkliebhaber*innen aktuell am meisten beschäftigt sind die Erweiterungsbestrebungen der Bucerius Law School in unmittelbarer Nähe der denkmalgeschützten Schaugewächshäuser. Im Zuge des CCH-Umbaus hatte man sich gerade gefreut, dass Planten un Blomen in dieser Ecke wachsen darf und mit Grünflächen und neuer Radroute auf der ehemaligen Marseiller Straße erweitert wird. „Dass ein innerstädtischer Park vergrößert wird, ist nicht nur deutschland- sondern wahrscheinlich europaweite eine Besonderheit, auf die wir als GRÜNE sehr stolz sind,“ so Michael Osterburg.

 

Nun sorgen sich viele, dass die Parkerweiterung sowie der Erhalt der Gewächshäuser gefährdet sind, denn ein hoher Neubau der privaten Jura-Universität könnte zu einem Belichtungsproblem führen und die Ver- und Entsorgung der Gewächshäuser blockieren. Daher haben die Fraktionen von SPD und GRÜNEN in der letzten Bezirksversammlung Eckpunkte für eine mögliche Bebauung durch einen Antragsbeschluss festgelegt (hier gehts zum Antrag). „Die Bucerius Law School muss sich selbstverständlich weiter gut entwickeln können. Und das in einer Weise, durch die weder die Parkerweiterung noch der Erhalt der Gewächshäuser beeinträchtigt werden. Ich bin zuversichtlich, dass wir eine gute Lösung finden werden“, berichtet Katharina Fegebank, Senatorin für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung, auf dem Spaziergang.

Mit weiteren Gesprächen in Kleingruppen klang der Spaziergang in Planten un Blomen gemütlich aus. Wir nehmen viele Anregungen der Bürger*innen mit und freuen uns über das große Interesse an den Stadtteilentwicklungen und der Bezirkspolitik. Bis zum nächsten Mal!

 

Film und Fotos: Henning Angerer