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Spannender und ergebnisreicher Abend zum Thema Salafismus in Wilhelmsburg

 

Die Stadtteilgruppe Wilhelmsburg der GRÜNEN Fraktion Mitte hatte am 15. September zum Themenabend Salafismus unter dem Motto "erkennen, begegnen, vorbeugen" eingeladen. Zahlreiche Expert*innen und Interessent*innen sind dieser Einladung gefolgt und haben eine spannende und produktive Veranstaltung möglich gemacht.

 

In einem kurzen Input führte Nadim Gleitsmann, Verikom (Verbund für interkulturelle Kommunikation und Bildung e.V.) und Ufuq e.V., in die Thematik ein. Er berichtete von seinen Erfahrungen bei der Arbeit mit Jugendlichen und betonte, dass Prävention entscheidend sei, um Salafismus erkennen und vorbeugen zu können. Dabei sei es bereits als ein Alarmsignal zu werten, wenn sich Jugendliche zurückzögen und gar nicht mehr melden würden. Dann sei es umso wichtiger, an den jungen Menschen dran zu bleiben und sie für andere Dinge zu begeistern. Zudem könne der Kontakt zwischen Jugendlichen selbst präventiv wirken.

Der zweite Redebeitrag des Abends wurde von Kurt Edler, GRÜNER Salafismusexperte und Pädagoge, gehalten. Dabei stellte er fest, dass die Terrorgefahr, die möglicherweise durch Salafisten ausginge, mithilfe präventiver Maßnahmen erkannt werden könne. Besonders wichtig sei es dabei, gefährdete Jugendliche über Gleichaltrige zu erreichen. In Schulen müsste das Basiswissen darüber vermittelt werden, wie eine Radikalisierung von Schüler*innen untereinander erkannt und gemeldet werden könne. Wesentlich seien überdies das Schaffen einer guten Gesprächskultur in den Schulen und ein gutes Verhältnis zwischen der Schülerschaft. Nicht zuletzt müsse auch das Prinzip der „ausgestreckten Hand“ gelten. Dabei sollen die jungen Menschen, die sich abgewandt haben, jederzeit wieder in die Gesellschaft zurückkehren können.

 

Anschließend erfolgte eine kritische Diskussion zwischen den Teilnehmer*innen. Dabei wurde festgestellt, dass muslimischen Schülern*innen in Deutschland der Raum fehlt, sich frei über ihre Gedanken austauschen zu können. Außerdem fehlte vielen Pädagog*innen das notwendige Wissen, um Salafismus korrekt erkennen zu können. "Das Wichtigste ist, bei all der Hysterie die Ruhe zu bewahren und auch 'ganz normale' pubertäre Provokation richtig einzuordnen. Die Diskussion hat uns mal wieder deutlich gezeigt, wie notwendig gute Jugendarbeit ist", so Sonja Lattwesen, Bezirksabgeordnete und Vorsitzende des Kreisverbandes in Mitte.

 

Nach der Diskussion setzten sich die Teilnehmer*innen unterschiedlicher Fachrichtungen in vier Gruppen zusammen und erarbeiteten gemeinsam Lösungsansätze zur Verhinderung von Radikalisierung. In einer sehr konzentrierten und engagierten Atmosphäre wurde schließlich eine Reihe von Präventionsmaßnahmen auf Karten festgehalten und auf einem Flip Chart visualisiert. Sonja Lattwesen, Michael Osterburg und die Teilnehmer*innen werteten den Themenabend am Ende als einen vollen Erfolg.

 

"Wir konnten mit unserer Veranstaltung die Vernetzung der Expert*innen untereinander unterstützen und wertvolle Arbeitsergebnisse für die Präventionsarbeit in Wilhelmsburg liefern", freut sich Michael Osterburg, Fraktionsvorsitzender der GRÜNEN in Mitte.

 

Hier geht's zum Bericht im Hamburger Abendblatt.