www.gruene-mitte.comHamburg-Mitte

Für eine stadtteilverträgliche Aufwertung des Bunkers Feldstraße

Die rot-grüne Koalition in Hamburg-Mitte hat sich für die Aufstockung des Bunkers an der Feldstraße ausgesprochen. Die Umsetzung des Projekts Hilldegarden im Rahmen der Aufstockung wird ausdrücklich begrüßt. Allerdings wurde die Zustimmung an Bedingungen geknüpft. So wird eine Ausdehnung der Erbpacht auf 99 Jahre abgelehnt.

Michael Osterburg, Fraktionsvorsitzender der GRÜNEN in Mitte: „Wir haben es uns mit der Entscheidung nicht leicht gemacht. Es wurden vielfältige und konstruktive Diskussionen geführt. Hierbei standen vor allem die Auswirkungen auf den Stadtteil, aber auch die Möglichkeiten, die die Bebauung bietet, im Zentrum“

 

Arik Willner (34), Fraktionsvorsitzender der SPD-Fraktion in Mitte: „Das Ergebnis der Koalition ist knapp und damit ehrlich. Wir haben ernsthaft und intensiv abgewogen. Am Ende freue ich mich, dass mit der Aufstockung des Bunkers an der Feldstraße neue Wege der Stadtentwicklung beschritten werden.“

 

Eine Großstadt wie Hamburg muss neue Wege in der städtebaulichen Entwicklung gehen. Überall in der Stadt müssen neue Lösungen gefunden werden, um Flächen für Sport-, Stadtteil- und andere Freizeitnutzungen zu erschließen. Jede Neunutzung von Flächen steht hierbei auch immer in direkter Konkurrenz zum notwendigen Wohnungsbau in der Stadt. Die Aufstockung des Bunkers in der Feldstraße macht eine Fläche nutzbar, die es sonst nicht gäbe. Die Realisierung der Grünanlage, weiterer Räume zur Stadtteilnutzung und einer dringend benötigten Sporthalle für den Breitensport sind ein sinnvolles Gegengewicht zur kommerziellen Nutzung.

Ein Vergessen des Mahnmals ist durch den geplanten Gedenkort zur Aufarbeitung der Geschichte weitestgehend ausgeschlossen. Dennoch wird ein Denkmal bebaut, dies ist in jedem Einzelfall eine Abwägungssache.

 

Wichtig ist, dass der Bunker als Mahnmal und Wahrzeichen im Besitz der Stadt bleibt. Daher ist eine Ausdehnung des Erbpachtvertrags auf 99 Jahre ausgeschlossen. Weiterhin muss sichergestellt werden, dass ein gut durchdachtes Park- und Verkehrskonzept entwickelt wird, um die Verkehrsbelastungen für den Stadtteil erträglich zu halten. Hierfür bietet sich ein für das Quartier offenes Parkhaus an. Dieses soll über ein Kleinspielfeld auf dem Dach verfügen, um so eine weitere Nutzung für den Breitensport zu ermöglichen. Auch die Anzahl der Veranstaltungen, die zusätzlich zum Breitensport stattfinden, muss gerade in den DOM-Zeiten reduziert werden.

 

Der Bunkeraufbau muss sich in die Stadtteilstruktur einfügen. Dafür sind die Ausdehnungen der vorliegenden Planung zu massiv. Hier fordert die Koalition eine Reduktion der Höhe der Aufstockung. Der Bunker wird in seiner neuen Form ein kultureller Anlaufpunkt für den Stadtteil St. Pauli werden. Die Stadtteilgärten sind ein elementarer Bestandteil der Planung, durch den sich für die Anwohner*innen eine neue Möglichkeit des Stadtgrüns eröffnet. Insbesondere die dem Stadtteil zugedachten Nutzungen müssen deshalb bei der Realisierung berücksichtigt werden.

 

Arik Willner betont die Wichtigkeit des Projekts: „Die Aufstockung ist ein zukunftsweisendes Projekt für die gesamte Stadt, birgt jedoch auch Risiken für den direkt betroffenen Stadtteil. Hier ist uns wichtig, dass die Sorgen vor Ort berücksichtigt werden. Außerdem ist eine Verpachtung auf direkt 99 Jahre mit uns nicht zu machen.“

 

Michael Osterburg weist ebenfalls nochmals ausdrücklich auf die Voraussetzungen hin: „Da die Bebauung sich natürlich auf den umliegenden Stadtteil auswirkt, muss sie so stadtteilverträglich wie möglich umgesetzt werden. Berechtigte Kritik muss in die weitere Planung einfließen. Wir stimmen der Bebauung des Bunkers daher nur unter den genannten Voraussetzungen zu. Die Reduktion der geplanten Höhe ist dabei für uns ein wichtiger Punkt.“