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Besuch der Zentralen Erstaufnahme in der Dratelnstraße

Die Stadtteilgruppe der Grünen hat Anfang September die Zentrale Erstaufnahme (ZEA) in der Dratelnstraße besucht. Eingeladen waren zudem auch Mitglieder der Bezirksfraktion, des Landesvorstands und der Bürgerschaftsfraktion. Verabredet waren wir mit der stellvertretenden Leiterin der Einrichtung die von "Fördern und Wohnen" (f&w), der städtischen Gesellschaft, betrieben wird.

In der ZEA sind derzeit rund 700 Menschen in Zelten und rund 600 in Wohncontainern. Ein weiterer Ausbau an dem Standort ist geplant – entsprechende Container seien bestellt. Einen genauen Liefertermin gibt es wohl noch nicht. Die Mitarbeiterin von f&w machte auf uns einen überaus engagierten und professionellen Eindruck. Sie hatte auch beim Rundgang zu jedem Zeitpunkt die Prioritäten klar, was dazu führte, dass wir als Gruppe auch mal warten mussten, wenn eine Frau mit Schmerzen am Herzen den Weg zum Arzt gezeigt bekommen muss.

Mehrmals betont wurde, dass die ehrenamtliche Unterstützung im Stadtteil eine unglaublich große Stütze für die hauptamtliche Arbeit ist. Viele der Angebote wie Deutschkurse (die annähernd täglich stattfinden) würden so nicht angeboten werden können, wenn nicht Freiwillige ihre Zeit „spenden“ würden. Neben den zahlreichen Sachspenden, welche auch wichtig sind, eine der ganz wichtigen Unterstützungen aus dem Stadtteil.

Die ZEA in der Dratelnstraße verfügt über eine Kita und eine Schule. Der Unterricht in der Schule wird durch LehrerInnen der Elbinselschule angeboten. Die Klassen orientieren sich weniger am Alter als am Vorwissen der SchülerInnen. Die Kita wird gut angenommen und bietet Eltern die Möglichkeit ihre Kinder auch nur vorrübergehend betreuen zu lassen, um selbst e den Arzt vor Ort besuchen zu können.

Die Medizinische Versorgung ist durch regelmäßige Sprechstunden von Ärzten gesichert und ein Sanitäter ist ständig vor Ort und wichtiger Ansprechpartner. Auch eine regelmäßige Sprechstunde für Schwangere ist gewährleistet. Diese Angebote entlasten die hautamtliche Sozialberatung, die durch MitarbeiterInnen von f&w angeboten wird.

Die Kleiderkammer hat eine kleine Nebenstelle direkt auf dem Gelände der ZEA um auch nachts mal kurzfristig neu ankommende Flüchtlinge mit Kleidung zu versorgen. Kooperationen mit der Bücherhalle ermöglichen den Flüchtlingen Computer und Internet vor Ort zu nutzen. Freifunk ist an der Dratelnstraße noch nicht eingerichtet, es gibt aber wohl schon eine Initiative welche dies installieren will.

Die Unterbring erfolgt gemischt. Nach Aussagen der Mitarbeiterin hätten Sie gute Erfahrungen gemacht. Es gäbe aber auch Einrichtungen die stärker trennen würde. Das Zeltdorf stellt die größte Schwierigkeit dar. 16 Personen teilen sich ein Zelt und schon daraus wird deutlich, dass Privatsphäre kaum bis gar nicht vorhanden ist. Schwierig sei es immer bei Regen, weil dann etwa die Schlange vor der Essenausgabe eben nicht überdacht wäre. Aufenthaltszelte sind begrenzt und so würden viele – die gerne allein Essen wollen – auch draußen Essen. Probleme mit Wespen und der großen Müllmengen sei die Folge.

Es ist dem Platz anzusehen, dass es eng wurde in den letzten Wochen. So ist der Fussballplatz mit Zelten umstellt. Der Gemeinschaftsraum den es im Containerdorf gab, wurde für Familien freigeräumt, welche man nicht im Zelt unterbringen wollte. Der Sozialraum für die Mitarbeiter ist überwiegend zum Lager für Sachspenden umfunktioniert – eine kleine Ecke mit Sofa und Tisch muss reichen für die Pausen. Wir haben die Zimmer der Bewohner selbst natürlich nicht besucht.

Abschließend können wir sagen, dass wir beeindruckt waren von der überaus engagierten jungen Mitarbeiterin und einer Einrichtung die eine professionelle und gut organisierte Unterbringung bietet.

Dass ein Zeltdorf aber nur für die Sommermonate eine Notunterbring darstellt und hier dringend Abhilfe geschaffen werden muss, ist offensichtlich. Dass insbesondere Zeitspenden von Freiwilligen aus dem Stadtteil einen ganz wichtigen und unbürokratischen Beitrag leisten, die Flüchtlinge hier bei uns willkommen zu heißen, ist es aber auch.