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Schutzräume für geflüchtete Frauen

Die GRÜNE Bezirksfraktion Mitte wird in der Bezirksversammlung heute Abend gemeinsam mit der Fraktion der SPD einen Antrag einbringen, mit dem Schutzräume für geflüchtete Frauen und Kinder geschaffen werden sollen. Damit reagiert die Koalition auf Berichte über sexuelle Übergriffe in einigen Aufnahmeeinrichtungen für Geflüchtete. In diesem Jahr waren bis September bereits neun Übergriffe dieser Art in den Einrichtungen aktenkundig geworden. Zudem wurden elf Frauen in Frauenhäuser verlegt. Bisher gibt es in den Erstaufnahmeeinrichtungen keine getrennten Räume, die nur für Frauen und Kinder zugänglich sind.

„Bei aller Belastung müssen wir dringend für einen besseren Schutz von Frauen und Kindern sorgen!“, sagt Michael Osterburg. „Viele von ihnen kommen traumatisiert aus Kriegsgebieten und glauben nun in Sicherheit zu sein. Wir müssen dafür sorgen, dass das auch so ist.

 

Die Einrichtung wird keine zusätzlichen Kosten verursachen. Es geht lediglich darum die Belegungen neu zu organisieren und bestimmte Bereiche für Männer zu sperren. „Fördern und Wohnen“ achtet schon jetzt darauf, dass alleinstehende Frauen nicht mit alleinstehenden Männern in einem Raum untergebracht werden, aber explizit gesperrte Bereiche gibt es bisher nicht.

 

Frauen und Kinder sind die am meisten gefährdeten Menschen für solche Taten, weil sie ihr Geschlecht und Alter nicht verbergen können. Aber auch andere Gruppen sind bedroht, das verlieren wir nicht aus dem Blick. Deshalb arbeiten wir derzeit an einem Konzept um auch für andere Minderheiten, wie etwa homosexuelle Geflüchtete, Schutzmöglichkeiten zu bieten.“

 

Neben den angegebenen offiziellen Zahlen gehen Behörden, „Fördern und Wohnen“ und viele ExpertInnen aber von einer sehr hohen Dunkelziffer aus. Hilfsorganisationen berichten darüber, dass sich viele Frauen und Kinder nicht trauen in der Nacht die sanitären Anlagen zu besuchen. Aktenkundig werden solche Übergriffe selten, weil vielen Betroffenen die Sprachbarriere im Weg steht, um Anzeige zu erstatten. Außerdem haben die Menschen häufig Angst vor der Polizei und vor Abschiebung.