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Antrag zu Tagesaufenthaltsangeboten für Obdachlose eingereicht

In der letzten Sitzung des Hauptausschusses hat die GRÜNE Fraktion einen Antrag zu Tagesaufenthaltsmöglichkeiten für Obdachlose eingebracht. Die GRÜNEN fordern darin, dass der Bezirksamtsleiter beim Senat darauf hinwirken soll, dass zusätzliche Tagesaufenthaltsangebote eingerichtet werden, sowie in den Übernachtungsmöglichkeiten Schließfächer eingerichtet werden. Außerdem sollen Beratungen für Obdachlose auch in anderen Sprachen als Deutsch angeboten werden, da einige Obdachlose nur wenig Deutsch sprechen.

 

Grund dafür ist, dass die Zahl der Übernachtungsmöglichkeiten für Obdachlose erfreulicherweise gestiegen ist. So soll die ehemalige Schule für Gehörlose im Münzviertel genauso genutzt werden, wie ein leerstehendes Verlagsgebäude im Schaarsteinweg 14. Damit stünden im Winter mindestens 750 Plätze für Obdachlose zur Verfügung. Allerdings haben solche Notunterkünfte nur zwischen 17 Uhr abends und 9 Uhr morgens geöffnet, sodass sich die Menschen tagsüber dort nicht aufhalten können.

„Die Menschen verschwinden tagsüber nicht einfach.“, erklärt Michael Osterburg. „Viele von Ihnen werden sich den ganzen Tag über in der Nähe der Nachtunterkünfte aufhalten, weil sie keinen Grund haben sich weit davon zu entfernen. Gerade Gebiete mit geringer EinwohnerInnenzahl sind damit einer gewissen Belastung ausgesetzt.

 

Außerdem muss man bedenken, dass die Temperaturen im Winter auch tagsüber sehr niedrig sein werden. Menschen bei Minusgraden auf eiskalten Steinpflastern sitzen lassen zu müssen ist auch aus sozialer Perspektive nicht wünschenswert. Im Münzviertel haben die Menschen schon einige Erfahrungen mit dem Winternotprogramm. Dort gibt es Einrichtungen, wie das „Herz As“, die Aufenthaltsmöglichkeiten bieten. Aber die Aufnahmemöglichkeiten sind nicht groß genug für alle, deshalb müssen wir solche Projekte dringend politisch unterstützen!“

 

Das Winternotprogramm existiert seit 1992 und beginnt jedes Jahr am 1. November. In der Stadt werden ab diesem Zeitpunkt verschiedene Übernachtungsmöglichkeiten für Obdachlose angeboten. Das Ziel ist dabei in erster Linie einen Schutz vor dem Erfrieren zu bieten. Neben der städtischen Initiative beteiligen sich auch Kirchen und andere soziale Institutionen, wie die Tafel daran. Allerdings sind die Verhältnisse dort mittlerweile auch sehr angespannt. So verhängte die Tafel bereits einen Aufnahmestopp wegen Überforderung.