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Konzept für Neubau der ESSO-Häuser beschlossen

Der Wettbewerb für ein Konzept zum Neubau der ESSO-Häuser ist entschieden. Am Mittwoch teilte Bezirksamtsleiter Andy Grote mit, dass sich die Jury einstimmig für den Entwurf des niederländischen Architektenbüros NL Architects entschieden hat. Damit stachen die Architekten insgesamt acht Mitbewerber aus.

Das neue Konzept beinhaltet unter anderem 250 neue, mehrheitlich öffentlich geförderte Wohnungen, ein Hotel und ein Hostel, aber auch mehrere Kneipen und Klubs. So soll etwa das berühmt-berüchtigte Molotow im Keller des Neubaus einziehen können. Bemerkenswert ist dabei auch, dass sich die Investorengruppe Bayerische Hausbau, wie auch die AnwohnerInnen-Initiativen Esso-Häuser und S.O.S. St. Pauli gleichermaßen von dem Konzept überzeugt zeigten. Dies liegt auch daran, dass der in Bürgerbeteiligungsverfahren erarbeitete „St. Pauli-Code“ maßgeblich mit einbezogen wurde. Darin werden Richtlinien festgelegt, die Neubauten erfüllen müssen, damit sie in den Stadtteil passen.

„Ein tolles Konzept“, lobt auch Michael Osterburg. „Seit Jahren machen wir GRÜNE uns für mehr Bürgerbeteiligung stark. Dieser Wettbewerb zeigt, welche Wirkung ein solches Verfahren haben kann. Nicht nur, dass die AnwohnerInnen zufrieden sind, auch die InhaberInnen haben davon profitiert. Jetzt gilt es darauf zu achten, dass die Menschen im Stadtteil auch ihren Anteil an der Umsetzung des Konzepts haben. Für das Konzept spricht auch, dass es keine Eigentumswohnungen, dafür aber geförderten Wohnraum geben wird. Dafür hatten wir GRÜNEN uns eingesetzt. Dasselbe gilt auch für die vielen Möglichkeiten zur öffentlichen Nutzung, die im Konzept enthalten sind. Es ist unglaublich wichtig, dass die Menschen ihren Stadtteil auch nutzen können und sie nicht zum exklusiven Privatvergnügen Einzelner werden. Wir brauchen eine lebende Stadt, die die Menschen mitnimmt. Der St. Pauli-Code setzt deshalb Maßstäbe, was Bürgerbeteiligung bei der Stadtteilplanung angeht. Wir werden dafür sorgen, dass er zukünftig Grundlage vieler Planungen sein wird.“ Im vergangenen Jahr war der Gebäudekomplex der ESSO-Häuser abgerissen worden. Benannt war er nach der Tankstelle, die sich darin an der Reeperbahn befand. Er enthielt unter anderem 110 Wohnungen, etliche Kneipen und Klubs und Einzelhandelsgeschäfte. Die Plattenbauten waren in den sechziger Jahren als funktionale Wohnelemente entstanden und 2013 wegen Einsturzgefahr geräumt worden. Daraufhin beschloss das Bezirksamt Mitte dem Eigentümer eine Abrissgenehmigung zu erteilen. Gegen diese Entscheidung regte sich großer Protest, neben Anwohner-Initiativen setzen sich auch viele Prominente aus Wissenschaft, Kultur und Wirtschaft für den Erhalt des Komplexes ein.