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Ärger um Springer-Gebäude

Die Hamburger Immobiliengruppe Momeni hat sich mit dem Springer-Verlag auf einen Kauf des Mitteltrakts des Verlagsgebäudes in der Neustadt geeinigt. Einem Abriss und Neubau, wie es die Pläne der Gruppe vorsehen, stehen allerdings Auseinandersetzungen um die Nutzung der Fläche entgegen. Der Bauausschuss lehnt die bisherigen Pläne ab, da sie ausschließlich den Neubau von Bürogebäuden vorsehen. Politisch besteht zwischen den Parteien hingegen schon länger Einigkeit, dass bei Neubauten auch Wohnungsbau stattfinden muss.

„Wenn der Axel-Springer-Verlag mit dieser Einigung ein gutes Ergebnis erzielt, hat er natürlich das Recht das Gebäude zu verkaufen“, äußert sich Michael Osterburg. „Aber es gelten gleiche Bedingungen für alle Bauvorhaben in Mitte. Wir fordern von allen AntragsstellerInnen 30 Prozent Wohnungsbau, sonst werden wir keine Genehmigung erteilen. Diese Richtlinie ist bekannt, deshalb hätte sie in den Planungen berücksichtigt werden können.

 

Gerade in Hamburg-Mitte, aber auch im Rest der Stadt, ist die Wohnsituation alles andere als entspannt. Auf freie Wohnungen kommt eine Vielzahl von Interessierten, von den hohen Mietpreisen ganz zu schweigen. Wenn wir uns jetzt auf Ausnahmen einlassen, weicht das ganze Konzept auf, mit dem wir diese Situation verbessern wollen. Dann kommen plötzlich alle Bauinteressenten und fordern Sonderregelungen. Wir brauchen mehr Wohnungen, daran führt kein Weg vorbei.“

 

2011 einigten sich die Stadt und die Bezirke auf einen Rahmenvertrag für den Wohnungsbau. Darin wird unter anderem festgehalten, dass bei jedem neuen Bauprojekt ein Drittel der Fläche für Wohnungen genutzt werden muss. Außerdem beinhaltet der Vertrag unter anderem die schnellere Vergabe von mehr Baugenehmigungen, mehr Wohnungsbau durch die SAGA, die strategische Erschließung von Bauland und andere Regelungen. Das Ziel ist in Hamburg jährlich 6.000 neue Wohnungen zu schaffen, um schrittweise den Markt zu entlasten.