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Erfolgreiche Radtour durch Wilhelmsburg

Gestern war es endlich so weit, gerade rechtzeitig verzogen sich die dunklen Wolken und unsere erste kritische Fahrradtour begann an der S-Bahn Station Wilhelmsburg. Unser Startpunkt befand sich auf der Muharrem-Acar-Brücke, welcher schon gleich ein erster Knackpunkt war. Die Brücke dürfte von Radfahrern eigentlich gar nicht befahren werden. Gefühlte drei Meter weiter schon das nächste Fahrradproblem: Die Ampel vor der BSU, die nur Fußgänger-Piktogramme anzeigt. Korrekterweise hätte man auch hier als Radfahrer absteigen müssen. Ob das die Radfahrer machen, die vom angrenzenden Fahrradschutzstreifen aus Kirchdorf kommen und in den Inselpark einbiegen wollen? Vermutlich nicht. Da diese Ampel noch in diesem Jahr erneuert werden soll, wegen fehlender Signale für Sehbehinderte und Blinde, könnte man auch gleich das Piktogramm ändern und mit einem Fahrradfahrer ergänzen.

 

Weiter ging es zum nächsten neuralgischen Punkt, vorbei an der IBA-Bauausstellung, an die Stelle, wo die Straße "Am Inselpark" einen Knick macht und die Veloroute aus Harburg auf die Straße stößt. Die Ein- bzw. Ausfahrt ist sehr unübersichtlich und außerdem permanent von Autos (Kleingärtner, deren Gäste etc.) befahren. Hier muss also die Ausschilderung geändert werden.

Anschließend ging es über die Dratelnstraße, die trotz "verlängerter Verkehrsinsel" vor McDonalds schwer zu kreuzen ist. Wie soll das erst kommen, wenn diese Stelle vierspurig wird? Ein weitere kritische Straße auf der Tour, war die Georg-Wilhelm-Straße, wo nach einer Klage der Fahrradschutzstreifen weg- genommen werden musste. Das Fahrradpiktogramm ist jedoch noch geblieben und die Radfahrer können auf der Straße fahren. Es entsteht eine Art Modellversuch 'Fahren auf der Straße'. Doch wie wird der Erfolg des Modellprojektes gemessen? Unfälle pro Jahr? Polizeilicher Schadensbericht? Sinnvoll wäre es hier das Schild "Radfahren auf der Straße erlaubt" anzubringen um die Akzeptanz der Fahrradfahrer zu erhöhen.

 

Das Ende der Tour haben wir im westend ausklingen lassen. Dort wurden noch viele weitere gute Punkte besprochen und diskutiert. Zum Beispiel die Einrichtung von weiteren Fahrradstellplätzen oder die konsequente Einrichtung von Tempo 30 in Wohngebieten. Wir konnten sehr viele kleine und große Ideen sammeln und wollen uns für eine baldige Umsetzung einsetzen. Die Tour hat außerdem gezeigt, wie schwierig es eigentlich ist, sich als Radfahrer richtig, der StVO entsprechend, zu verhalten. Die Wegführung und Beschilderung ist oft sehr unklar und unübersichtlich. Nicht zuletzt wissen leider auch die Autofahrer oftmals nicht, wie sie sich korrekt gegenüber Radfahrern verhalten sollen und was diese eigentlich für Rechte haben.