www.gruene-mitte.comHamburg-Mitte

Bunkerplanung nur mit frühzeitiger Bürgerbeteiligung- Kein Alleingang von Senat und Investor

An den spektakulären Plänen für einen Stadtgarten auf dem Feldstraßen-Bunker scheiden sich derzeit die Geister auf St. Pauli. Auf dem Dach des Bunkers soll ein Aufbau gebaut werden mit einem großen Kultursaal und weiteren Räumlichkeiten. Auf dem Dach soll ein riesiger Garten entstehen sowie eine grünen Rampe zum Aufstieg. Die Grünflächen sollen dem Stadtteil zur Verfügung stehen, zum Beispiel zum Urban Gardening. Die Kulturbehörde will diese Pläne anscheinend so schnell wie möglich unterstützen. Dieses geht zumindest aus einem Senatsdrucksachenentwurf hervor, der für Diskussion sorgte. Der Entwurf wurde inzwischen wieder zurück gezogen. Die Kulturbehörde wollte dem Investor, die Thomas J. C. Matzen GmbH, eine unentgeltliche Verlängerung des Erbbaurechtsvertrags bis zum 31. Dezember 2092 gewähren und auf eine "Einmalzahlung" von 2,56 Millionen Euro verzichten. Michael Osterburg, Grünen-Fraktionschef im Bezirk Hamburg-Mitte, sieht noch Klärungsbedarf: "Welche Auswirkungen hat die Begrünung und die Höhe der Aufstockung auf das Stadtbild und den Denkmalschutz?" Deshalb habe Rot-Grün im Bezirk Mitte verabredet, die Bürger in die Planung einzubeziehen. Osterburg kritisiert: "Wenn der Senat jetzt das Erbbaurecht vorab verlängert, hebelt er diese Beteiligung aus."

Kritik kommt auch aus den eigenen Reihen der SPD zum Entwurf. Grundsätzlich sei man dem Projekt gegenüber aufgeschlossen, doch es sei zu früh sich auf ein Einmalentgelt festzulegen oder Zusagen über eine Verlängerung des Erbbaurechts bis 2092 abzugeben.

Im Stadtteil wurde Kritik schon im Vorfeld laut, unter anderem von anderen Urban Gardening-Initiativen. Sie kritisieren, dass die Flächen privat sind und ein freier, öffentlicher Zugang dadurch nicht gewährleistet werden kann und auch bei der Gestaltung hat der Eigentümer das letzte Wort. Die BewohnerInnen fordern eine aktive Beteiligung an dem Projekt. Das Eingreifen des Senats, lässt befürchten, dass das Projekt, ohne weitere Beteiligung des Stadtteils und auch ohne den Bezirk Mitte durchgewunken werden soll.