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Wieso? Weshalb? Warum? Grüne Stadtteilgespräche in der Neustadt, St. Georg und Billstedt

Im Februar und im März machten wir wieder Halt in drei Stadtteilen um mit den BürgerInnen vor Ort über aktuelle Probleme und Entwicklungen in ihrem Stadtteil zu sprechen. Es gab spannende Diskussionen, Fragen und Anregungen der BewohnerInnen, die wir gerne mitnehmen und nach der Bezirkswahl am 25. Mai anpacken wollen. Eine kurze Zusammenfassung der einzelnen Veranstaltungen gibt es hier:

 

Wohnen und Großveranstaltungen in der Neustadt- Wie passt das zusammen?

 

Der Schwerpunkt unserer Veranstaltung lag auf der ausufernden Eventisierung in unserem Wahlkreis, also Hafencity, Altstadt und insbesondere die Neustadt und St. Pauli. Am meisten geht den BewohnerInnen der Schlagermove auf die Nerven. Doch auch die, zuvor bekannt gewordenen, Pläne für ein Fest im Portugiesenviertel sorgen für Kritik. Ein weiteres Problem sind die anhaltenden und dauerhaften Hubschrauberbelästigungen, die mit Großveranstaltungen einhergehen. Die Events werden stundenlang aus der Luft begleitet und der Lärm ist manchmal stundenlang kaum auszuhalten. Außerdem fühlen sich BewohnerInnen der Neustadt durch die wöchentlichen Domfeuerwerke belästigt, die jeden Freitagabend um 22:30 Uhr für ca. 20 min aus den angrenzenden Wallanlagen abgefeuert werden. Hochgerechnet sind das 12 Domfeuerwerke pro Jahr, wobei noch einige andere Feuerwerke hinzu kommen.

 

Wir Grünen haben daher zugesagt, Überprüfungen stattfinden zu lassen. Wenn es möglich ist, wollen wir durch Anträge die Lage im Quartier verbessern und bei möglichen Koalitionsverhandlungen das Thema mit einbringen.

 

Verkehrsplanung – Bleibt St. Georg auf der Strecke?

 

Das Thema Busbeschleunigung ist ein brisantes Thema in St. Georg. Viele AnwohnerInnen und LadenbesitzerInnen fühlen sich bei den Planungen zur Busbeschleunigung in der Lange Reihe übergangen. Der Abbau von Fußgänger-Ampeln und der geplante Kreisel werden kritisch gesehen und auch die Kosten von 1,3 Millionen Euro stehen im keinen Verhältnis zur minimalen Verbesserung. Michael Osterburg stellte fest, dass die Busbeschleunigung auch eine allgemeine Verkehrsbeschleunigung ist zum Nachteil von Fußgängern. Ein entscheidendes Problem in der Langen Reihe ist außerdem der Lieferverkehr. Um den Verkehrsfluss zu verbessern, müssten vermehrt Ladebuchten gebaut werden für die Lieferwagen.

 

Farid Müller und Michael Osterburg diskutierten auch über alternative Verkehrskonzepte wie zum Beispiel die Stadtbahn oder Oberleitungsbusse. Farid Müller erklärte, dass die Grünem gerne ein Referendum zur Stadtbahn durchführen möchten. Das bisherige Vorgehen in St. Georg hat deutlich gemacht, dass die Politik nicht an den AnwohnerInnen vorbei planen darf, sondern sie miteinbeziehen muss.

 

Sozialer Brennpunkt Billstedt!? – Was muss sich in Zukunft ändern?

 

Viele Billstedter von Jung bis Alt folgten unserer Einladung und nahmen engagiert unser Angebot wahr mit uns über ihren Stadtteil zu diskutieren. Es gab viele interessante Wortbeiträge und Anregungen aus dem Publikum, für die wir uns gerne einsetzen möchten. Zum Beispiel für mehr Jugend- und Kinderarbeit im Stadtteil. Es müssen mehr offene Veranstaltungsorte für Jugendliche geschaffen werden und auch die Häuser der Jugend müssen dringend neu-konzeptioniert werden. Die Anregung zu einer Kinderschutzkonferenz für eine Kultur des Hinguckens und Zivilcourage ist ebenfalls eine gute Idee einer AnwohnerInnen gewesen. Außerdem wünschen sich die Billstedter eine lebendige gastronomische Landschaft und eine stärkere Förderung von Wohnprojekten. Generell möchten wir ein langfristiges Aufbauprogramm Ost etablieren, welches die Entwicklungen auch in Billstedt fördert.

 

Zum Schluss blieb noch die Fragen offen, ob Billstedt eigentlich immer noch der vermeintliche 'soziale Brennpunkt' Hamburgs ist. Einhellig stimmten unsere Grünen Abgeordneten Murat Gözay, Michael Osterburg und Lothar Knode zu, dass Billstedt in den Medien schnell stigmatisiert wird und mit Negativ-Schlagzeilen behaftet ist. Dieses müssen wir gemeinsam in Zukunft ändern und Billstedt einen Ruck geben. Zwar hat Billstedt vereinzelte soziale Brennpunkte und insgesamt eine schwächere Sozialstruktur als andere Viertel Hamburgs, doch Billstedt hat auch sehr schöne Seiten und eine hohe Lebensqualität, die es heraus zu stellen gilt.

 

Auch das Wochenblatt berichtete über unsere Veranstaltung in Billstedt: http://bit.ly/Q3VMX4