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Gefahrengebiet – Soziale Schieflage ernst nehmen

Bereits den vierten Tag in Folge gab es in den Stadtteilen, die zum Gefahrengebiet erklärt wurden, Proteste der Anwohnerschaft gegen diese Maßnahme. Der Polizeieinsatz hat an diesen vier Tagen bereits über eine Million gekostet, die wir auch sinnvoller hätten einsetzen können. Beispielsweise, um soziale Einrichtungen unterstützen, die helfen, soziale Ungleichheiten abzubauen. Hinter den Protesten steht vielmehr, als allgemeinhin berichtet wird. Die soziale Schieflage in Hamburg ist stetig gewachsen und die AnwohnerInnen der Quartiere fordern zu Recht eine Diskussion über die soziale Ausrichtung der Stadt.

 

 

Viele Menschen in den Stadtteilen wünschen sich des Weiteren eine andere Wahrnehmung ihrer Situation, als in den großen Medien beschrieben. Sie fühlen sich unwohl aufgrund des momentanen Generalverdachtes und der ständigen Kontrollen derer sie unterliegen. Die Bürgerschaftsfraktion hat bereits reagiert und fordert eine Aufhebung des Gefahrengebietes.

 

 

"Vorne weg: Wir stehen für jegliche Verurteilung von gewalttätigen Aktionen, aber die Einrichtung eines Gefahrengebietes war schlicht falsch. Wir müssen der Gesellschaft als Politik vielfältige Angebote machen. Hierzu gehört es den Dialog einzufordern und beide Seiten müssen wieder abrüsten. Des Weiteren müssen wir soziale Einrichtungen, die sich für das friedliche Zusammenleben aller stark machen, finanziell und konzeptionell unterstützen. Ich wünsche mir eine Beendigung des Gefahrengebietes und möchte mit den Menschen über die Dinge reden, die sie hinter den Protesten bewegen. Wir müssen in Hamburg viel tun und das geht nicht mit Restriktionen, sondern in Kommunikationsstrukturen auf Augenhöhe", sagt Michael Osterburg. 

 

 

"Der Protest ist mittlerweile sehr mannigfaltig. Symbol ist des friedlichen Wiederstandes ist die originäre Klobürste geworden, weil diese einem jungen Mann vor laufender Kamera als Gefahrgut abgenommen wurde, als er von der Polizei untersucht wurde. Viele tragen seitdem im Gefahrengebiet immer eine Klosbürste mit sich herum. Viele AnwohnerInnen sympathisieren mittlerweile mit dem friedlichen Protest und so waren gestern in den Stadtteilen sehr viele Menschen auf der Straße, um zu friedlich zu protestieren. Das Gefahrengebiet entwickelt sich immer weiter zu einer Farce und muss schnellstmöglich beendet werden. Die Gelder für diese sinnlose Maßnahme könnten vielmehr sinnvollen Projekten zu Gute kommen und somit langfristig die Lage entspannen", sagt Sebastian Kloth, zugewähler Bürger und Anwohner St.Paulis.