www.gruene-mitte.comHamburg-Mitte

Medizinische Unterversorgung in benachteiligten Stadtteilen

 

Das Gutachten der Gesundheitsbehörde zum „kleinräumigen Versorgungsbedarf in Hamburg“ hat festgestellt, dass es deutliche regionale Unterschiede in der medizinischen Versorgung gibt. Gleichzeitig stellt das Gutachten fest, dass die unterversorgten Stadtteile auch häufiger betroffen sind von Volks- und Kinderkrankheiten. Diese Problematik trifft hauptsächlich sozial benachteiligte Stadtteile wie Wilhelmsburg, Veddel, Jenfeld oder Steilshoop. „Es ist ein lange bekanntes Problem, was mehrfach durch Anträge in der BV gefordert wurde entgegenzuwirken. Mal sehen was der Senat nun macht, wenn er die Studien vorliegen hat. Auf die Anträge aus den Bezirken hat er jedenfalls nie reagiert“, kommentiert Michael Osterburg das Gutachten.

 

 

Alarmierend sind die Zahlen für einige Stadtteile in Hamburg-Mitte. Im Hamburger Durchschnitt kommt ein Kinderarzt auf 1839 Kinder. In Wilhelmsburg zum Beispiel ist das Verhältnis jedoch 1:2978 und der Stadtteil weist auch eine der höchsten Krankheitsdichten auf.

Die Gruppe der 65-79 Jährigen, die unter Herzinsuffizienz, Diabetes, Bluthochdruck, Depression und/oder Demenz leiden ist auch regional sehr unterschiedlich verteilt. Besonders oft betroffen sind die Menschen in Horn, den Regionen um Rothenburgsort und Wilhelmsburg sowie Billstedt, Borgfelde und St. Georg. Wichtig wäre es daher auch in diesen Stadtteilen die Aufklärung und die Vorsorge zu verbessern.

Eine Ursache für die ungleiche Verteilung ist das Versicherungssystem und die ungleichen Honorarordnungen, die einen deutlichen Anreiz für Ärzte schaffen, sich in Stadtteilen niederzulassen, die eine hohe Quote von Privatversicherten haben. Die Stadtteile rund um die Alster, in den Elbvororten und die Walddörfer sind daher viel besser gestellt und weniger betroffen vom Versorgungsengpass.