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SAGA enttäuscht Karoviertel

Eine Wohnungsbaugenossenschaft ist eine Genossenschaft mit dem Ziel, ihre Mitglieder mit preisgünstigem Wohnraum zu versorgen. Bei der SAGA GWG scheint man diesen Grundsatz aus den Augen verloren zu haben. Erst am Montag wurde in der Turnerstraße auf St. Pauli ein historisches Gebäude, das im Besitz der SAGA GWG ist, abgerissen, obwohl Bezirk und AnwohnerInnen sich monatelang für den Erhalt des Hauses eingesetzt hatten. Rechtlich war die Genossenschaft auf der sicheren Seite, da das Haus stark einsturzgefährdet war. Kritiker, wie AnwohnerInnen und Bezirkspolitik, werfen der SAGA jedoch vor, nicht genügend Maßnahmen zum Erhalt des Hauses getroffen zu haben: „Ich finde es sehr dramatisch, dass dieses Haus jetzt nicht mehr da ist. Es entspricht dem Bild, das ich von der SAGA habe“, kommentiert unser Fraktionsvorsitzender Michael Osterburg die Situation. „Es stelle sich die Frage, warum die Sanierungsarbeiten des Unternehmens das Gebäude nicht genügend sichern konnten.“

 Nach einigen Diskussionen konnte ein Vertrag zwischen Bezirk und SAGA unterzeichnet werden, der das Wohnungsunternehmen verpflichtet, den MieterInnen ein Rückkehrrecht in einen Neubau einzuräumen und eine 20 jährige Mietpreisbindung zuzusagen. Auch die historische Fassade muss die SAGA gemäß dem Vertrag rekonstruieren. Jedoch steht die Wohnungsbaugenossenschaft nicht nur für ihre Sanierungs-, sondern auch für ihre Mitpreispolitik in der Kritik: Bereits im Juni wurde zahlreichen anderen MieterInnen im Karolinenviertel eine Mieterhöhung von 15 Prozent angekündigt. Die Hoffnung, dass Gespräche mit der SAGA zu einer Einigung in diesen Konflikten führen könnten, hat auch unser Bezirkspolitiker Ingolf Goritz aufgegeben: „Es ist bekannt, dass die SAGA die Menschen im Karoviertel dreist belügt. Ich denke ihre Hoffnungen werden enttäuscht werden.“

 

Michael Osterburg hofft trotzdem, dass die Politik gegen solches Verhalten geschlossen auftreten wird: „Die Saga, als ein städtisches Wohnungsunternehmen, trägt eine besondere Verantwortung im Umgang mit Immobilien in der Stadt und sollte deshalb als Vorbild für den privaten Bereich fungieren und nicht die Reihe der Abrisshäuser ergänzen. Wir müssen in der Politik klare Zeichen gegen ein solches Verhalten setzen, damit wir nicht bald monatlich Nachrichten über einsturzgefährdete Gebäude und horrende Mietpreissteigerungen haben. Die SAGA sollte sich daran erinnern, dass sie eine Verantwortung gegenüber ihren Mitgliedern hat und sich nicht wie ein Profitorientiertes Unternehmen verhalten sollte.“