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Orkan beschert Abriss

Der Orkan Christian richtete gestern in Hamburg zahlreiche Schäden an: Bäume stürzten um, Menschen saßen an Bahnhöfen fest und die Straßen waren verstopft. Doch nicht für alle hatte der Orkan negative Folgen: Schon seit Anfang September ist klar, das sogenannte Sahlhaus-Ensemble in der Turnerstraße 10 - 16, mitten im Karoviertel, kann nicht mehr saniert werden, es ist akut einsturzgefährdet. Am Montag spitzte sich die Situation dann dramatisch zu. Wegen der erwarteten Orkanböen bis Windstärke 10 sperrte die Polizei die Turnerstraße am Mittag ab. Zudem wurden Anwohner angewiesen, Räume zu meiden, die dem akut einsturzgefährdeten Objekt zugewandt sind. Der Eigentümer kündigte an, das Haus noch am Montagabend gegen 18 Uhr abreißen zu lassen.

„Es ist traurig das sagen zu müssen, aber der Orkan hilft der Saga ihre Versäumnisse zu vertuschen. Das Haus wird nun ohne viel Aufsehen mit einer triftigen Begründung abgerissen. Die Diskussion um den Erhalt der Fassade erübrigt sich damit auch. Uns bleibt jetzt nur noch ein Augenmerk auf den Neubau zu haben“, stellt unser Fraktionsvorsitzender Michael Osterburg fest.

 

Ursprünglich sollte das Haus in der Turnerstraße, das in einem Sanierungsgebiet steht, modernisiert werden. Aufgrund versäumter Sanierungsmaßnahmen blieb jedoch nur der Abriss. Die 1860/61 erbaute, denkmalgeschützte Immobilie gehört seit 1997 dem städtischen Wohnungsunternehmen Saga GWG. Dieser wird von der Politik vorgeworfen, nicht rechtzeitig und ausreichend in den Erhalt des Hauses investiert zu haben. Der Stadtentwicklungsausschuss der Bezirksversammlung hatte noch im September einen gemeinsamen Antrag beschlossen, in dem sich die Politiker "gegen den vollständigen Abriss des Gebäudes nebst Fassade" aussprachen.