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Historisches Haus geht verloren - wie kann das sein?

Schon seit Anfang September ist klar, das sogenannte Sahlhaus-Ensemble in der Turnerstraße 10 - 16, mitten im Karoviertel, kann nicht mehr saniert werden, es ist akut einsturzgefährdet. Eigentlich sollte das Haus, das in einem Sanierungsgebiet steht, modernisiert werden, doch jetzt bleibt nur der Abriss. Die 1860/61 erbaute, denkmalgeschützte Immobilie gehört nicht etwa, wie man erwarten könnte, einem privaten Investor, sondern seit 1997 dem städtischen Wohnungsunternehmen Saga GWG. Dieser wird von der Politik vorgeworfen, nicht rechtzeitig und ausreichend in den Erhalt des Hauses investiert zu haben. Der Stadtentwicklungsausschuss der Bezirksversammlung hatte noch im September einen gemeinsamen Antrag beschlossen, in dem sich die Politiker "gegen den vollständigen Abriss des Gebäudes nebst Fassade" aussprachen.

„Es ist schade, dass die negativen Erfahrungen mit der Saga im Stadtteil erneut bestätigt wurden. Die Saga hatte hier die Chance, zu zeigen, zu was sie fähig ist, stattdessen wurden alte Vorurteile bestärkt. Die Saga, als ein städtisches Wohnungsunternehmen, trägt eine besondere Verantwortung im Umgang mit Immobilien in der Stadt und sollte deshalb als Vorbild für den privaten Bereich fungieren und nicht die Reihe der Abrisshäuser ergänzen. Über Jahre in ein Haus nicht zu investieren ist nicht entschuldbar und kann auch nicht mehr als Versehen gewertet werden. Wir müssen in der Politik klare Zeichen gegen ein solches Verhalten setzen, damit wir nicht bald monatlich Nachrichten über einsturzgefährdete Gebäude haben. Hinzu kommt, dass wir in Hamburg alles für den Erhalt der verbleibenden unter Denkmalschutz stehenden, historischen Gebäuden tun sollten. Deshalb fordern wir, dass zumindest die historische Fassade durch zerlegen und Wiederaufbau erhalten bleibt. Außerdem müssen wir darauf achten, dass bei einem Neubau Rückkehrrecht für alle Bewohner und öffentlich-geförderte Mieten gelten“, erklärt unser Fraktionsvorsitzender Michael Osterburg.

Dem Bezirk bleibt nichts anderes übrig, als dem Abrissantrag nun zuzustimmen. Die Saga garantiert, dass bei einem Neubau die historische Fassade nachempfunden werden, jedoch nicht die alte erhalten bleiben soll.