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Keine Übergangslösung in Sicht

Die Diskussion um die Esso-Häuser ist nun auch in der Öffentlichkeit entfacht. "Die Gewerbetreibenden müssen ein garantiertes Rückkehrrecht zu ähnlichen Mietkonditionen wie bisher haben. Für die Übergangszeit muss sich der Vermieter um Ausweichflächen kümmern, dabei muss ein Augenmerk auf Traditionsgewerbe, wie das Molotow, gelegt werden", fordert unser Fraktionsvorsitzender Michael Osterburg. Nachdem die Debatte um die Esso-Häuser an Fahrt angenommen hat, bekommt Osterburg jetzt auch Rückendeckung von der SPD:  

"Das Molotow muss zu den gleichen Konditionen wie bisher in den Neubau zurückkehren können. Es ist eine Institution auf St.Pauli und weit über die Grenzen der Stadt hinaus bekannt." Auch die anderen Gewerbetreibenden sollten zu fairen Konditionen in dem Neubau Flächen mieten können, so Falko Droßmann, Fraktionsvorsitzender der SPD in Mitte, weiter.

 

Die Eigentümerin Bayerische Hausbau hat die Mietverträge der Gewerbetreibenden in den Esso-Häusern am Spielbudenplatz zum 31. März 2014 gekündigt, zwar garantierten sie jetzt ein Rückkehrrecht für die derzeitigen Gewerbemieter, allerdings zu neuen Mietkonditionen. Viele Gewerbetreibende fürchten jetzt nicht nur die neuen Mieten, sondern auch die Übergangszeit. Sie sind bekannt für ihren Standort, diesen für lange Zeit, ohne gleichwertige Übergangslösungen zu verlassen, könnte ihren Ruin bedeuten.

 

Das Immobilienunternehmen mit Hauptsitz in München hat einen Abrissantrag für die maroden Esso-Häuser am Spielbudenplatz gestellt und plant den Gewerbeanteil von 2400 Quadratmetern auf 5000 Quadratmeter zu erhöhen. Außerdem ist der Neubau von 240 Wohnungen auf 19.500 Quadratmetern Geschossfläche geplant: jeweils ein Drittel öffentlich geförderter Wohnungen sowie normaler Miet- und Eigentumswohnungen.

 

Dass der Bezirk dem Abrissantrag zustimmt, gilt als sicher. Trotzdem versucht die Initiative Esso-Häuser immer noch, den Abriss der baufälligen Häuser, die in den 60er-Jahren errichtet wurden, zu verhindern. „Ich kann die Wut der Anwohner und Gewerbetreibenden verstehen. Keiner bestreitet, dass hier über Jahrzehnte der Gebäudekomplex vernachlässigt wurde und das vermutlich sogar gezielt. Nun ist der Abriss leider nicht mehr abzuwenden, die Gutachten sind bedauerlicher Weise eindeutig. Wir sollten unsere Energie jetzt darauf konzentrieren, gleichwertige Ersatzlösungen für alle Beteiligte zu suchen und uns nicht mit halbherzigen Angeboten der Investoren zufrieden geben. Die Diskussion geht weiter“, kündigt Osterburg an.