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Keine Rettung fürs Sahlhaus-Ensemble

Seit Anfang der Woche ist klar, das sogenannte Sahlhaus-Ensemble in der Turnerstraße 10–16, mitten im Karoviertel, kann nicht mehr saniert werden, es ist akut Einsturz gefährdet. Ein Umstand der bei vielen Anwohnern Unmut hervorruft, war doch eigentlich geplant, dass die Saga das ursprünglich unter Denkmalschutz stehende Gebäude saniert.

„Es ist schade, dass die negativen Erfahrungen mit der Saga im Stadtteil erneut bestätigt wurden. Die Saga hatte hier die Chance zu zeigen zu was sie fähig ist, stattdessen wurden alte Vorurteile bestärkt“, bedauert unser Fraktionsvorsitzender Michael Osterburg.

Noch 1985 wurde der Zustand des in die Jahre gekommene Gebäudes im Zuge einer Instandsetzung als für so gut befunden, dass es als „nicht sanierungsbedürftig“ eingestuft wurde. In den darauf folgenden Jahren führten nicht getroffene und auch zu langsam ausgeführte Entscheidungen zu einem Zustand des Hauses, der nun nicht mehr zu retten ist: 2010 wurde Schwammbefall entdeckt, kurz darauf attestierten Gutachter statische Mängel und eine marode Bausubstanz. Damals hoffte man wenigsten noch die Fassade erhalten zu können, diese ist inzwischen jedoch auch von Schwamm befallen.

Kritiker machen dafür das nicht vorhandene Dach verantwortlich, wodurch Regen ungehindert in das Haus eindrang. Die Saga-GWG wiederum gibt an, dass nachdem man das Dach abnahm schon eine solche Einsturzgefahr herrschte, dass keine Baufirma das Haus betreten wollte.

„Es ist schwer nachzuvollziehen, welche Aussagen stimmen und welche nicht. Ein gutes Licht wirft die Situation auf jeden Fall nicht auf die Verantwortlichen. Es ist wichtig, dass wir jetzt die Offenlegung des Gutachtens fordern und darauf achten, dass bei einem Neubau Rückkehrrecht für alle Bewohner und öffentlich-geförderte Mieten gelten. Ich appelliere, trotz der frustrierenden Situation von einer Besetzung abzusehen. Das Haus scheint wirklich stark Einsturz gefährdet zu sein“, gibt Osterburg zu bedenken.