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Fahrrad-Hauptstadt Hamburg

Während sich Olaf Scholz heute mit den sieben Hamburger Bezirksamtsleitern trifft, um Strategien für eine fahrradfreundliche Verkehrsgestaltung zu entwickeln, sind die Hamburger GRÜNEN schon längst einen Schritt weiter. Im November soll ein mit Bürgern und Experten erarbeitetes Programm zum Radverkehr beschlossen werden. „Seit Jahren versuchen wir, auch in Mitte, immer wieder Anträge für einen optimierten Radverkehr einzubringen. Das Thema ist ja quasi eines unserer Steckenpferde. Dass die SPD plötzlich so eine Leidenschaft für den Radverkehr entwickelt, wundert uns, wo doch etliche Anträge von ihr abgelehnt wurden. Wir begrüßen zwar das unerwartet aufkommende Interesse, sind aber der Meinung, dass wir bereits ein schlüssiges Konzept vorlegen können. Wir fordern schnelle und drastischere Maßnahmen“, bekräftigt unser Fraktionsvorsitzender Michael Osterburg.

Hamburg investiert im Jahr nur 3,15 Euro pro Einwohner ins Radwegenetz, im Vergleich Kopenhagen rund 20 Euro. Deshalb fordern wir erhöhte Investitionen im Radverkehr. "Im Haushalt muss die Höhe des Radverkehrsbudgets dem Verkehrsanteil angepasst werden", fordert Till Steffens, unser Verkehrspolitischer Sprecher in der Bürgerschaft. So könnten genügend Stellen in der Verwaltung sowie folgende Vorhaben finanziert werden:

 

  • Schnelles Radfahren über längere Strecken soll im Stadtgebiet einfacher werden. Dazu ist erforderlich, das 280 Kilometer umfassende Velorouten-Netz zügiger als geplant auszubauen. In Absprache mit den Bezirken sollen Wegführungen geprüft und eventuell so geändert werden, dass flächendeckende Radverkehrsnetze entstehen.

  • Stadtweit sollen Radschnellwege eingerichtet werden, damit der Radverkehr künftig möglichst ohne Stopps, Beeinträchtigungen und Störungen durch andere Verkehrsteilnehmer vorankommt. Ein entsprechender Straßenbelag könnte das schnelle Fahren begünstigen. Für diese neue Form von Radwegen soll jeder Bezirk eine Projektstrecke benennen.

  • Innerhalb von fünf Jahren sollen 100 Fahrradstraßen ausgewiesen werden. Hier sollen Fahrradfahrer Vorfahrt gegenüber dem Verkehr aus den Nebenstraßen haben.

  • Mit einer zügigen Umsetzung des Radfahrstreifenprogramms soll mehr Radverkehr auf die Straße verlegt werden. Bis 2016 sollen jedes Jahr 50 Kilometer Radfahrstreifen (mit durchgezogener Linie von der Fahrbahn getrennt) oder Schutzstreifen (unterbrochene Linie, Befahren nur in Ausnahmen erlaubt) entstehen.

Darüber hinaus wollen die Grünen an Kreuzungen mehr Platz für Radfahrer schaffen und die Geschwindigkeit des Radverkehrs durch eine "Grüne Welle"-Schaltung erhöhen. Einbahnstraßen in Tempo-30-Zonen sollen für Radler geöffnet, ein Winterdienst für die Wege eingerichtet und das StadtRad-Netz ausgeweitet werden. "Wenn wir dem Radverkehr Priorität einräumen", so Steffen, ,,kann Hamburg zur fahrradfreundlichsten Stadt Deutschlands werden."