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Die Opernfundus und Soulkitchen

Die Geschichtswerkstatt Wilhelmsburg hatte einen Rundgang am Veringkanal vorbereitet bei dem noch einmal die Entwicklung der Elbinsel von einem landwirtschaftlich geprägten Gebiet zu einem Industriegebiet dargestellt wurde. Beispielhaft kann das am Veringkanal gut nachvollzogen werden.

 

Auf den Gelände der Honigfabrik ging es dann mit Essen vom Grill und Musik weiter. Es war ein gelungenes rundes Hoffest. Auf beiden Festen konnte man gut sehen, dass die Bevölkerungszusammensetzung im Stadtteil sich wandelt. Außer dem Stand von Frau Akkaya mit einer ausgesucht leckeren Mischung an süßen und salzigen Gerichten, hätte ich mir gewünscht, dass noch mehr Menschen mit einem migrantischen Hintergrund teilgenommen hätten. Ansonsten war das Publikum eher jung und erfreulicherweise wuselten viele Kinder auf beiden Festen über die Höfe.

 

Am Abend sollte es dann noch Musik in der Soulkitchen geben. Das war leider nicht möglich, da das Gebäude überraschend gesperrt war und der Zugang in die Halle nicht mehr möglich war. Am 3. Geburtstag und vor dem Hintergrund der bereits geplanten Konzerte ein herber Schlag für die Veranstalter der in der Umgebung nur fassungslos zur Kenntnis genommen wurde. Es wurde ein Zelt organisiert um die beiden Bands noch auftreten zu lassen. Da die Betreiber der Soulkitchen Widerspruch gegen die Schließung einlegen wollen, hoffen nun alle, dass nicht bereits am Montag der Bagger vor der Tür steht oder der Halle ein anderes Unglück wiederfährt. Am Abend konnte schon beobachtet werden, dass die Zäune um die Halle von einem Sicherheitsdienst geprüft wurden.

 

Es stellt sich natürlich die Frage was die Sprinkenhof AG, eine 100 prozentige städtische Tochter, mit diesem Vorgehen bezweckt. Die Sprinkenhof AG, Eigentümerin der Flächen Soulkitchen und Zinnwerke, verhält sich gerade auf eine Art und Weise wie sie  im gesamten Stadtteil auf Unverständnis, Unwillen und  Ablehnung stößt. Dieses Vorgehen wird es auch zukünftig sicher schwieriger machen Ansiedlungs- und Bauprojekte im Stadtteil umzusetzen.

 

Ziel einer behutsamen Stadtentwicklung sollte es doch auch sein, im Zusammenspiel mit gewachsenen Strukturen, den Anwohnerinnen, den politischen Entscheidungsträgerinnen sowie den Grundstückseigentümern  Planungen für einen Stadtteil voranzutreiben. Die Sprinkenhof AG hingegen versucht eben diese Strukturen zu zerstören und Beteiligung ist nur dann vorgesehen, wenn Entscheidungen bereits gefallen sind.  

 

Im Bezug auf Beteiligung  ist der Stadtteil bereits viel weiter und wird sich auch zukünftig gegen diese top down Entscheidungen wehren. Leider entsteht mal wieder der Eindruck, dass die Entscheidungen ohne Rückkoppelungen in den Stadtteil fallen und auch das trägt ganz wesentlich zur Politikverdrossenheit bei. Dies war in vielen Gesprächen rund um den Veringkanal ein viel diskutiertes Thema. „Die“ machen ja doch was sie wollen.