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St. Pauli bietet Zuflucht!

Nachdem die Diakonie am Wochenende die Zusammenarbeit mit der Sozialbehörde aus moralischen Gründen abgelehnt hat, helfen nun die Gemeinde St. Pauli und zahlreiche Spender mit eigenen Mitteln. Wochenlangen hatte es Verhandlungen zwischen Sozialbehörde und Kirche gegeben, für rund 300 afrikanische Flüchtlinge eine Notunterkunft mit einer humanitären Bleiberechtslösung einzurichten. Nachdem der Diakonie jedoch die Bedingungen unterbreitet wurden, unter denen die Unterkunft errichtet werden sollte, lehnte sie ab: Die Registrierung von Daten und Fingerabdrücken glichen für viele einer Abschiebefalle. GRÜNEN PolitikerInnen zeigten Verständnis für diese Entscheidung: „Die Würde des Menschen darf nicht von einer erkennungsdienstlichen Behandlung abhängen“ kommentierte Katharina Fegebank und Antje Möller fügte hinzu: „Wenn die Innenbehörde diese Menschen abschieben will, muss sie ihre Arbeit schon alleine machen“.

Während der Senat weiter über die Unterbringung diskutiert, haben Andere, wie Pastor Sieghard Wilm, längst gehandelt. Rund 70 Flüchtlinge haben ein Nachtlager in der evangelischen Kirche bekommen. Wie lange die Männer ihr Nachtlager erhalten dürfen, ist unklar. Vor der Kirche soll auch ein Container mit Duschen und Toiletten stehen, umliegende Lokale, Nachbarn und Gemeindemitglieder haben Essensspenden zugesagt. Zudem sollen die Flüchtlinge, die größtenteils in Libyen als Gastarbeiter tätig waren, als symbolischen Akt ein Papier bekommen, auf dem die Kirche als Meldeadresse eingetragen wird. Dem Pastor stehen nun auch eine Mitarbeiterin des Diakonischen Werks sowie ein ehrenamtliches Team zur Seite, die sich nur um die Organisation der Hilfsleistungen kümmern. Auch unser Fraktionsvorsitzender Michael Osterburg sagt der Gemeinde St. Pauli Unterstützung zu: „Es ist toll, wie Gemeinde und Anwohner sich hier organisieren und engagieren. Die humanitäre Unterstützung der Flüchtlinge muss an erster Stelle stehen und wir werden auf Bezirksebene unterstützen, wo wir können. Trotzdem bietet die Kirche nur eine Kapazität für bis zu 80 Personen. Die Situation hat sich also lange noch nicht entspannt und noch immer können mindestens 220 Flüchtlinge nicht versorgt werden!“