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Kampf um Zinnwerke geht in die nächste Runde

Schon länger ist bekannt, dass Künstler, Händler und Kleingewerbe die 100 Jahre alten Wilhelmsburger Zinnwerke verlassen sollen, um einem Neubau für den dort geplanten Opernfundus Platz zu machen. Die Werkstätten und Requisitenlager der Staatsoper, die bislang an mehreren Standorten sitzen, sollen dort zusammengefasst werden. Das neue Hochregallager würde bis zu 18 Meter hoch werden und sich, groß wie zwei Fußballfelder, über mehrere Grundstücke erstrecken. Mehrere Gebäude würden dem Opernfundus zum Opfer fallen. Auch die alten Wilhelmsburger Zinnwerke am Veringhof 7 müssten abgerissen werden. Die bisherigen Mieter der Zinnwerke sind alle von der städtischen Sprinkenhof AG zum 30. Juni oder zum 30. September gekündigt worden. Und das, obwohl im April eine Machbarkeitsstudie deutlich die Defizite des Standorts aufzeigte. Sogar die Handelskammer hatte sich in einem Brief gegen den Opernfundus ausgesprochen.

 

Nach dem Alleingang des Senats setzen die Grünen in der Bürgerschaft und im Bezirk mittels Anfragen und Anträgen das Thema auf die Agenda. Daraufhin regte sich der Protest und auch wir suchten zusammen mit der CDU und der Linken nach Lösungen.

 

„Jetzt, wo die SPD den Unmut von allen Seiten zu spüren bekommen hat, bewegt auch sie sich endlich – leider zu spät und zu halbherzig“ stellt unser Fraktionsvorsitzender Michael Osterburg fest.

 

Zwar beantragte die SPD/FDP-Koalition in Mitte gerade in der Bezirksversammlung, dass die Kündigungen der Mietverträge sofort ausgesetzt und die Planungen unter Einbindung von Bürgern und Kommunalpolitikern neu aufgenommen werden, Bezirksamtsleiter Andy Grote glaubt jedoch nicht, dass sich der Opernfundus verhindern lässt. "Ich gehe davon aus, dass es bei dem Standort bleibt", so Grote.

 

„Wir werden alles daran setzen, den Protest zu bündeln, um die Vertreibung von Kleingewerbe und einer gewachsenen Kulturszene zu verhindern. Es gibt genügend Alternativen an städtischen Grundstücken, wo der Opern-Fundus angelagert werden könnte“ zeigt Osterburg sich trotzdem optimistisch.

 

„Mit dem Bau an dieser Stelle würde in Wilhelmsburg eine Entwicklungschance vergeben werden und die Nutzung des beliebten Grünzuges wäre zukünftig stark eingeschränkt. Dieser Grünzug würde zu einer Art Hinhof des Opernfundus werden,“ fügt die regionale Abgeordnete Jutta Kodrzynski hinzu