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Unzureichender Katastrophenschutz?

Atomtransporte durch Hamburg, brennende mit radioaktiven Stoffen beladene Frachter – den Hamburgern wird in den letzten Tagen bewusst, wie häufig scheinbar Atomtransporte direkt vor ihrer Nase stattfinden. Am 1. Mai, kurz nach dem Eröffnungsgottesdienst zum Kirchentag brannte im Hafen der Frachter „Atlantic Cartier“. Eine Grünen-Anfrage deckte auf: An Bord waren neben Munition mehr als 20 Tonnen radioaktive Stoffe, davon 9 Tonnen hochgefährliches Uranhexafluorid. Geeignetes Löschmittel war in Norddeutschland nicht auf Lager.

 

Zusätzlich wurden letzte Woche Plutoniumtransports durch Hamburg bekannt. Bei den Sicherheitsbehörden hatte man sich im Zusammenhang mit den Transporten vor allem Sorgen gemacht, dass das radioaktive Material in falsche Hände geraten könnte. "Deswegen ist es geradezu kontraproduktiv, wenn Zeitpunkt oder Route eines solchen Transportes bekannt gegeben werden", sagt ein Beamter. Eine Argumentation die verständlich wirkt, jedoch stellt sich bei 180 Transporten mit spaltbaren Material, die allein letztes Jahr durch Hamburg führten, die Frage wie gut Hamburg auf mögliche Unfälle vorbereitet ist?

Auch unser Fraktionsvorsitzender Michael Osterburg macht sich Sorgen: “Ohne die Anfrage des Grünen Abgeordneten Anjes Tjarks hätte die Öffentlichkeit wohl nicht erfahren, dass sich an Bord des am 1. und 2. Mai im Hamburger Hafen ausgebrannten Frachters „Atlantic Cartier“ über 20 Tonnen radioaktives Material, davon 8,9 Tonnen hochgefährliches Uranhexafluorid befanden.

Es ist unglaublich, dass der Senat die Öffentlichkeit nicht von sich aus über die brisante Ladung informiert hat. Wenn es richtig ist, dass in ganz Norddeutschland nicht das angeforderte CO2 zum Löschen verfügbar war, ist Hamburg nicht ansatzweise bereit für solche Transporte. Es ist unglaublich, dass der Senat scheinbar wissentlich seine Bevölkerung und die Umwelt gefährdet.“