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Sparsame Hamburger und Klimawandel lassen Grundwasser steigen

Der Verbrauch von Trinkwasser, aber auch die Grundwassernutzung durch Industrie und Gewerbe, sind drastisch zurückgegangen. Seit 1974 hat sich die Fördermenge in Hamburg von nicht ganz 200 Millionen Kubikmetern pro Jahr auf knapp 90 Millionen mehr als halbiert. Eine positive Entwicklung für die Umwelt, die jetzt jedoch leider neue Probleme aufwirft.

Die gesunkene Fördermenge führt zu einem Anstieg des Grundwassers, das immer öfter zu Nässe und Überschwemmungen in Kellern und zu Problemen in der Statik von Häusern führt. Betroffen sind laut Behörde vor allem Gebiete in der Nähe von Förderbrunnen: In Rissen, im Bereich Stellingen-Eidelstedt und in der Süderelbmarsch. Gutachter befürchten auch in Zukunft Millionenschäden.

„Doch beim jetzigen Grundwasserstand wird es nicht bleiben. Der Klimawandel wird den Grundwasserstand zusätzlich belasten und gefährdet Hamburger in der Geest genau wie Bewohner an der Elbe. Zu dem kann das Grundwasser nicht abfließen, da die Pegelstände der Flüsse immer höher werden.“, erläutert Fraktionsvorsitzender Michael Osterburg die Lage.

Heute lässt sich auf den Anstieg des Grundwassers reagieren, indem man beispielsweise Keller mit wasserdichtem Beton baut. Der ist zwar fast dreimal so teuer wie ein normaler Keller - bewahrt aber vor einer nassen Überraschung.

Hamburg Wasser fühlt sich nicht zuständig für die Grundwasserregulierung, das Unternehmen sei lediglich für die Trinkwassergewinnung zuständig, eine Grundwasserregulierung dürften sie rechtlich gar nicht betreiben. Eine Krux, denn so ist die Stadt Hamburg folglich auch nicht haftbar. Ähnlich argumentiert die Umweltbehörde. Daher bleiben Hausbesitzer meist auch auf den Kosten sitzen.

„Da kommt ein großes Problem, sowohl aus juristischer, als auch aus städtebaulicher Sicht, auf uns zu. Man muss sich nur vergegenwärtigen, wie viele kleine, längst versiegte und überbaute Flüsse und Bäche es früher im Stadtgebiet gegeben hat. Das Umweltschutz nicht immer die einfachste Lösung ist, zeigt diese Situation leider deutlich“, schließt Michael Osterbug.