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IBA- Eröffnung – spannende Moderne

Am Samstagabend wurde die Internationale Bauaustellung in Wilhelmsburg eröffnet. Bei Minusgraden hielt Bürgermeister Olaf Scholz seine Begrüßungsrede, während circa 500 Demonstranten lautstark ihre kritische Meinung kundtaten. Diese Ausstellung soll wegweisend für die Metropolen des 21. Jahrhunderts werden. Über 60 Bau-, Energie-, und Sozialprojekte werden vorgestellt. Alle mit dem Gedanken eine zukunftsfähige Großstadt zu gestalten, die sozial gerecht und umweltschonend ist, sowie die verschiedenen Bedürfnisse der Bewohner angemessen befriedigen kann. In Wilhelmsburg können nun die innovativen Baumodelle besichtigt werden, wie zum Beispiel Häuser mit einer Algenfassade zur Energieversorgung.

Doch diese schönen Gedanken lassen auch Zweifel aufkommen. Gelten diese Verbesserungen nur für einen Teil der Gesellschaft? In Wilhelmsburg leben 56.000 Einwohner, ist an alle gedacht oder drohen hier nun explodierende Mieten und Vertreibung? Es gibt mehrere Initiativen in Wilhelmsburg, die diese Sorgen unterschiedlich nuanciert in Worte fassen, darunter auch Zukunft Elbinsel e.V. oder IBA?NigsDA! Michael Osterburg, Fraktionsvorsitzender der Grünen in Mitte sagt dazu: „Die Grünen haben schon 2010 die Prüfung einer sozialen Erhaltensverordnung beantragt. In diesem Zuge werden Mietentwicklungen und Bewohnerstrukturveränderungen beobachtet. Bis jetzt ist keine messbare Veränderungen zu erkennen, man ist aber immer bereit einzugreifen. Ein ganz wichtiger Teil zum Schutz vor zu hohen Mieten ist der Neubau von Wohnungen an der verlegten Reichstraße.“ Wilhelmsburg ist in den Blick der Öffentlichkeit gerückt. Hier wurde gebaut, entwickelt, geplant, an die Zukunft gedacht. Jetzt ist dieser Stadtteil nicht mehr nur am Rande von Hamburg gelegen, jetzt ist er ein Anziehungspunkt und Vorreiter in eine moderne Stadt. Es gibt jedoch auch Kritik, Sonja Lattwesen, Sprecherin der Grünen im Regionalausschuss: "Der Polizeieinsatz war bei weitem überdimensioniert! Vier Hundertschaften und vier Wasserwerfer wurden aufgefahren, um 500 friedliche Menschen von ihrer Meinungsäußerung abzuhalten. Bei einer Feier, bei der es um die öffentliche Präsentation der IBA-Entwicklungen ging, war das weder durchzuhalten noch klug konzeptioniert. Das gesamte Sicherheitskonzept der Feier führte zu absurden Szenen, bei denen betagte Wilhelmsburgerinnen und Wilhelmsburger nicht mehr an die Bühne an den Ursula-Falke-Terassen gelassen wurden, nachdem sie sich kurz aufwärmen wollten. Die Organisatoren hätten sich das Wort ihres Festredners, Prof. Richard Sennet, zu Herzen nehmen sollten: "Ladet zu Widerspruch ein! Und wenn jemand dann dagegen protestiert, gebt ihm einen Whiskey."