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Überfüllte S-Bahnen: HVV reagiert mit kürzeren Taktungen

Immer mehr HamburgerInnen benutzen den Öffentlichen Nahverkehr. Die Hochbahn verzeichnet jedes Jahr ungefähr drei Prozent mehr Fahrgäste. Dies ist eine zu begrüßende Entwicklung. Allerdings kommt der ÖPNV mit seinem Angebot nicht mehr hinterher und die Senatsantwort auf eine Große Anfrage der Grünen bestätigt: Die Züge der S-Bahnen sind zu voll. Besonders betroffen sind die Linien S3 und S31, hier findet in den Stoßzeiten nur jeder zweite einen Sitzplatz.

Die S-Bahnen und die Stadt hatten sich zum Ziel gesetzt, dass 56 Prozent der Fahrgäste einen Sitzplatz finden, diesen Wert können die betroffenen Linien lange nicht erreichen. Etwas besser sieht es bei den U-Bahnen aus, hier sei noch Luft nach oben. Doch es muss eine grundsätzliche Verbesserung der Taktung und des Einsatzes von genügend Wägen statt finden. Ab dem 17. März wird es weitere Fahrten des HVV vor allem im Busbereich geben. So wird die Buslinie 13 in Wilhelmsburg ab 13:30 Uhr im fünf Minuten Takt fahren: „Der Fahrplanwechsel am Wochenende erhöht die schon jetzt dringend benötigt Kapazitäten, aber dies reicht nicht aus und es muss endlich grundlegt die Erweiterung des ÖPNV geplant werden“, fordert Michael Osterburg, Fraktionsvorsitzender der Grünen in Mitte. Gerade Wilhelmsburg ist stark betroffen, da hier die S-Bahnen 3 und 31 durchfahren und zur internationalen Gartenschau sowie zur internationalen Bauausstellung besonders viele Fahrgäste erwartet werden: „Wir begrüßen die Taktverkürzung. Wenn nun noch das Gebot des Einsteigens beim Fahrer entfällt, dann kann sich die Situation auf der Wilden Dreizehn etwas entspannen. Es bleibt jedoch das Nadelöhr S3 , insbesondere zu den Hauptverkehrszeiten. Da kann nur die Weiterführung der U-Bahn etwas dran ändern“, sagt Bezirksabgeordnete Jutta Kodrzynski. Ein Ausbau des ÖPNV scheint unabdingbar, bei fehlender Qualität verliert der grundsätzlich gute S- und U-Bahn Verkehr an Attraktivität. Dies befürchtet auch Dr. Till Steffen, verkehrspolitischer Sprecher der Grünen Bürgerschaftsfraktion, der auch die Große Anfrage stellte: „Vollgestopfte Züge und unzufriedene Fahrgäste dürfen nicht als Normalzustand hingenommen werden. Der Senat sollte schleunigst etwas zur Verdichtung der Taktung unternehmen. Potential gäbe es da genug. Stattdessen investiert er in eine fragwürdige Busbeschleunigung und bindet damit die Mittel für den ÖPNV bis 2020. Bei der Taktverdichtung ist noch Luft nach oben. Allerdings müssten dafür mehr Züge angeschafft werden. Das ist ein langwieriger und kostspieliger Prozess und erfordert eine vorausschauende Planung. Das scheint den Senat momentan zu überfordern. Wenn er den Trend hin zum ÖPNV aber weiter ignoriert, drohen Zustände wie schon heute in den Stoßzeiten der S 3.“

Die Fahrplanänderungen im HVV ab dem 17. März können hier nachgelesen werden:

http://www.abendblatt.de/hamburg/article114334805/Busnetz-HVV-richtet-zusaetzliche-Fahrten-ein.html