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Ernüchterung nach 6. Runden Tisch: Die vhw besiegelt den Abriss „Am Elisabethgehölz“

Die Vereinigte Hamburger Wohnungsbaugenossenschaft (vhw) hat am Runden Tisch den Abriss des Wohnblocks „Am Elisabethgehölz“ verkündet und wird von dieser Entscheidung nicht mehr abrücken. Die Statik und der Brandschutz seien durch die schlechte Qualität des verwendeten Mörtels nicht mehr gewährleistet und daher würden die Risiken, die bei einer Sanierung des Gebäudes entstehen würden, nicht mehr eingegangen werden. Der Abriss soll allerdings nicht vor September 2013 erfolgen. Die vhw stellte die Politik und die BewohnerInnen vor vollendete Tatsachen, ohne die letzten Zahlen im Vorfeld des Runden Tisches zu veröffentlichen.

„Wir sind von diesem intransparenten Vorgehen sehr irritiert. Wenn es diese Zahlen einer verteuerten Sanierung durch schlechte Qualität gibt, dann muss es auch öffentlich gemacht werden. Der Runde Tisch galt für uns als Ort der Entscheidungsfindung und des Dialogs. Er wurde ursprünglich einberufen, um Neuerungen und Strategien auf Augenhöhe zu besprechen. Wir wollen alle Fakten kennen, damit wir uns ein Bild der Situation machen können und dann im Sinne des Runden Tisches mit allen Betroffenen gemeinsam Lösungen erarbeiten“, zeigt sich Osterburg sehr enttäuscht von dem Vorgehen.

„Wenn ich jetzt als Politik gefragt werde, wie ich weiter vorgehen würde, so fallen mir einige Vorschläge an die Adresse der vhw ein:

  1. Die neuen Statikerangaben der vhw müssen einsehbar gemacht und im besten Fall zusätzlich von einem neutralen Statiker bewertet und transparent gemacht werden.
  2. Die BewohnerInnen sollten aktiv mit gestalten: Hierfür fordern wir die Einrichtung von Workshops mit BewohnerInnen, Fachleuten und PolitikerInnen zur Ausgestaltung des Neubaus.
  3. Zentral ist auch die Rekonstruktion der historischen Süd-Fassade mit Anpassungen an die modernen Wohnanforderungen. Der Neubau muss ins Bild des Stadtteils passen und der Backstein ist ein prägendes Element.
  4. Wir fordern einen Hamburger Sozialplan für alle Mieter mit ortsnahem Ersatzwohnungen und einem schriftlich garantierten Rückkehrrecht mit einer Miete für 5,90 bzw. 6 Euro (2013) pro Quadratmeter.

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die BewohnerInnen nun verständlicherweise geschockt sind und von der vhw betreut und mitgenommen werden müssen. Da der Abriss ohne Kompromisse verkündet wurde, muss nun ein Sozialplan aufgestellt werden, in dem rechtlich festgelegt wird, zu welchen Konditionen die Mieter in den angestrebten Neubau zurückkehren können. Wir fordern, dass ein Rückkehrrecht nach dem Förderweg 1 (Nettomiete ca. 6€ /2013) schriftlich garantiert wird. Diese rechtlichen Vereinbarungen müssen für alle Mieter gleich, nachvollziehbar und transparent geschlossen werden. Des Weiteren müssen in der Zwischenzeit des Neubaus adäquate Ersatzwohnungen zu guten Konditionen von der vhw zur Verfügung gestellt werden“, setzt Michael Osterburg die Rahmenbedingungen eindeutig fest.