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Wohnungsbau Finkenwerder - weiter Ungewissheit für viele Familien

 Wer in Hamburg familiengerecht wohnen, geschweige denn bauen möchte, hat dazu meist nicht viele Möglichkeiten.

In Finkenwerder sollte dieser Traum für hunderte Familien Wirklichkeit werden. Der bereits 2009 aufgestellte Bebauungsplan "Finkenwerder 32" sieht im Bereich zwischen Landscheideweg und Norderdeich den Bau von rund 435 Einfamilien-, Doppel- und Reihenhäusern vor. 2010 beantragten jedoch 5 Anlieger vor dem Oberverwaltungsgericht Hamburg ein so genanntes Normenkontrollverfahren.

Den Klägern geht es vor allem um Gleichbehandlung. Denn während diese ihre Gebäude aufwendig erhalten müssen, sollen wenige Meter weiter mehrstöckige Neubauten entstehen. Ein weiteres strittiges Thema sei die Oberflächenentwässerung und der Bau neuer Erschließungsstraßen, erklärt die Rechtsanwältin der Antragsteller.

 

Bis Mitte 2012 hatte das Gericht das Verfahren auf Wunsch der Beteiligten ruhen lassen, weil es bis dahin noch Vergleichsverhandlungen zwischen den Anliegern und der Stadt gab. Zu einem Kompromiss war die Stadt anscheinend jedoch nicht bereit. Die Verhandlungen scheiterten und auch jetzt steht ein baldiger Urteilsspruch im Normenkontrollverfahren nicht in Aussicht. "Der Senat des Gerichts hat in dieser Angelegenheit noch keinen Termin anberaumt", sagte Sprecher Andreas Lambiris.

Grünen-Fraktionschef Michael Osterburg zeigt sich fassungslos spricht von einem "Schildbürgerstreich, wie er im Buche steht. Am Ende verhindern die Grundeigentümer es noch, dass Familien sich in Finkenwerder ansiedeln können." und kritisiert weiter: "An diesem Beispiel wird deutlich, dass die Hemmnisse gegen den Wohnungsbau noch lange nicht behoben sind. Wir haben hier erstklassige Bedingungen für viele junge Familien, die an diesem Standort gerne bauen würden. Die Verkehrsanbindung ist ideal und für die Nahversorgung wäre mit Supermärkten, Gastronomie und Einzelhändlern auch gesorgt.“

Für die potenziellen Käufer der Baugrundstücke fehlt nun jegliche Planungssicherheit, denn der Baubeginn ist weiter offen, solange das Gericht nicht zu einer Entscheidung kommt.

„435 Familien könnten hier ein neues zu Hause finden. Vor dem Hintergrund der Wohnungsnot in Hamburg sollte die Stadt möglichst schnell und bestenfalls zu einer außergerichtlichen Lösung kommen“, fordert Osterburg.