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Die BWVI stellt Busbeschleunigungsprogramm vor

Im Verkehrsausschuss des Bezirksamtes Hamburg-Mitte hat am gestrigen Abend die Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation (BWVI) ihr Busbeschleunigungsprogramm vorgestellt. Der Vortrag war gut vorbereitet und die Konzepte detailliert vorgestellt. Allerdings blieben viele Fragen offen. Das finanzielle ist allerdings geklärt. Den Hamburger Steuerzahler wird allein die Stufe A des Programms bis zum Jahr 2016 ungefähr 160 Millionen Euro kosten und der Nutzen ist insgesamt doch sehr fraglich.

"Mit allen Förderungen des Bundes hätten wir ganz Hamburg mit einer Stadtbahn ausrüsten können und nur 100 Millionen mehr bezahlt.", hält Michael Osterburg im Verkehrsausschuss fest.

"Diese Planung erschließt sich uns als Grüne nicht und sehen nach wie vor die Stadtbahn als bessere Alternative. Wir wollen doch etwas in Hamburg bewegen und es scheint so, als würde der Betreiber der Lichtsignalanlagen Vattenfall einen Großteil der 160 Millionen bekommen."

Hintergrund ist, dass auf den Strecken der Metrobuslinien fast alle Ampelschaltungen und die Signalanlage selbst überarbeitet werden müssen. Die Signalanlage erhält eine Extra-Anforderungs-Systematik, die dem Busfahrer bei Anfrage grünes Licht für die Weiterfahrt gibt. "Hierfür erhält dann Vattenfall pro Ampel einen gewissen Betrag und wir Grünen fordern, dass ein Gesamtpreis ausgehandelt wird. Postitiv zu vermerken ist, dass die Bettelampeln verschwinden sollen und Knotenpunkte wie der Gänsemarkt überarbeitet werden."

"Was wir nicht so recht verstehen, ist warum die Linie 13 aus Wilhelmsburg nicht in der ersten Planungsvariante enthalten ist und würden eine Überplanung bevorzugen. Des Weiteren wird so viel Geld in die Hand genommen, um, laut Erklärung der BWVI, eine maximale Verbesserung der Busfahrzeiten von 1-2 Minuten zu erreichen. Das scheint alles wenig zielführend", fasst Michael Osterburg zusammen.

Versprochen wurde uns aber noch, dass an der Fährlinie 73 nach Wilhelmsburg etwas geschieht. Die Fähre überführt momentan nur wochentags Passagiere nach Wilhelmsburg, da es sich um eine gewerbliche Fähre handelt. So bald die igs/IBA startet, wird aber ein Wochenendbetrieb sehr sinnvoll und der HVV versprach noch einmal die Fährlinie zu begutachten.

Für die Busse an sich ändert sich auch einiges. Der Vordereinstieg soll bleiben, aber mehr Automaten an den Haltestellen aufgstellt werden. Die Bus-Cups (Ausbuchtungen entlang der Fahrbahn) sollen erhöht werden, um die Haltezeiten zu verkürzen und das bargeldlose Bezahlen via Chip-Karte wird eingeführt.

"Letztendlich gibt es einige gute Ideen. Warum sich die Behörde und der HVV allerdings auch nach mehrmaliger Aufforderung davor verschließt auch die betroffenen Bürger im Regionalausschuss anzuhören, verstehen wir nach wie vor nicht. Wir beobachten diese Thematik weiter und werden sie kritisch begleiten", sagt unser Fraktionsvorsitzender.