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Schlechte Schülerleistungen auf der Elbinsel - Ungenügende Förderung für Migranten Ursache?

Anfang Dezember schlugen 14 Wilhelmsburger Schulleiter in einem Brandbrief an Schulsenator Ties Rabe Alarm. Seit dem wird diskutiert, ob eine unzureichende Förderung des in dem Stadtteil besonders hohen Anteils von Schülern mit Migrationshintergrund eine Kernursache für das niedrige Leistungsniveau auf der Elbinsel ist. "Vielfalt und Integration gehen nur mit Förderung einher. Angebote müssen hergestellt und nicht die Mittel für die Integrationslehrer weiter gekürzt werden", sagt dazu unser Fraktionsvorsitzender Michael Osterburg.

Denn tatsächlich sinken trotz des stetig steigenden Anteils von Schülern mit Migrationshintergrund die an Hamburger Schulen zur Verfügung stehenden Lehrerstellen für Sprachförderung seit Jahren. Diese wurden allein 2005 unter der CDU-Regierung um 100 Stellen gesenkt und im vergangenen Jahr nochmals, durch Streichung der Zuweisung für Sonderschulen, auf ihren jetzigen Stand von 287 Stellen reduziert. Hatten hingegen 2003 noch 41 Prozent aller Hamburger Eltern von Vierjährigen einen Migrationsstatus, traf dies im Schuljahr 2011/2012 bereits auf 48,4 Prozent zu. Da viele betroffene Kinder zuhause entweder kaum oder kein Deutsch sprechen, sind ohne ausreichende Sprachförderung schlechte Leistungen in der Schule vorprogrammiert. Die Zahl der als von den Schulen als sprachförderbedürftig eingestuften Schüler stieg von 2005 bis 2011 sogar um mehr als die Hälfte, auf 20.713 Schüler, an. Bei der Frage nach einer vor diesem Hintergrund offensichtlich notwendigen Anpassung der Lehrerstellen für Sprachförderung verweist Schulsenator Rabe auf ein im kommenden Herbst anlaufendes bundesweites Forschungsprojekt zur Sprachförderung namens „Bildung durch Sprache und Schrift“ (BISS), Dauer: 5 Jahre. Warten bis 2018? Das sei zu lange, findet auch unsere Bürgerschafts-Abgeordnete Stefanie von Berg. Auch wenn Evaluation wichtig sei, müsse schneller reagiert werden, „weil es sonst zu einer Schräglage kommt“.