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Wir Bleiben

In Hamm kämpfen Mieter eines Backsteinensembles am Elisabethgehölz gegen den Abriss ihrer in den 1920er-Jahren entstandenen Wohnanlage. Mit Mieterversammlungen, Gesprächen mit dem Vorstand der Vereinigten Hamburger Wohnungsbaugenossenschaft (vhw) sowie Öffentlichkeitsarbeit und zuletzt mit Unterschriften versuchen die Bewohner seit über einem Jahr den Abriss abzuwenden. Die vhw rückt bisher jedoch nicht von ihrem Vorhaben, verbunden mit dem Neubau von 120 Wohnungen, ab.

 

 

Die Wohnanlage Elisa ist eine jener Backsteinbauten, die mit ihrer Fassade mit halbrunden Erkern, Sprossenfenstern und den versetzten Backsteinen für das baukulturelle Erbe der Stadt stehen. Den Mietern kommt es jedoch auch auf die Mietpreise von 4,50 Euro pro Quadratmeter an, die bei den neuen, größeren Wohnungen nicht gehalten werden könnten.

Der von der vhw präferierte Neubau würde zwar Kosten von rund 24,4 Millionen Euro mit sich bringen, da jedoch öffentlich geförderte Wohnungen entstehen sollen, kann die vhw 80 Prozent der Kosten über Fördermittel und Kredite finanzieren. Wenn die Genossenschaft den Grundstückswert gegenrechnet, muss sie bei einem Neubau lediglich rund 2,5 Millionen Euro aufbringen. Die Sanierungskosten hingegen beziffert die vhw mit etwa 11,4 Millionen Euro, von denen die Genossenschaft  7,4 Millionen Euro selbst aufbringen müsste - also fast vier Millionen Euro mehr als bei einem Neubau.

"Betriebswirtschaftlich gesehen ist die Sanierung leider teurer", sagt vhw-Chef Hahn. "Die öffentlichen Fördermöglichkeiten liegen derzeit deutlich mehr im Bereich des Neubaus. Wir wollen eine Lösung, die möglichst die Interessen vieler Menschen berücksichtigt". Dazu gehöre, dass man sich nicht nur den Bewohnern der „Elisa“, sondern allen 15.000 Mitgliedern der Genossenschaft verantwortlich fühle. In diesem Sinne müsse man sparsam mit finanziellen Mitteln umgehen und somit betriebswirtschaftlich denken.

Michael Osterburg sieht die verhärteten Positionen mit Bedenken und pocht auf eine Einigung: „Die GRÜNE-Fraktion fordert beide Parteien auf, eine Lösung für die Bewohner und den Erhalt von denkmalschutzwürdigen Teilen zu finden. Des Weiteren muss für die Elisa eine Absicherung für bezahlbaren Wohnraum erarbeitet werden.“

vhw-Chef Marco Hahn will bis Februar 2013 eine Entscheidung fällen, jedoch bleibt zunächst auch die Entscheidung der Stadt über die Bewilligung der Fördermittel für den Neubau abzuwarten. Einen gesetzlichen Anspruch auf Förderung gibt es nicht.