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Geplatzte Übergabe

Auch vier Wochen nach seinem Verschwinden aus dem Wanderzirkus bleibt das Pflegekind Jeremie weiter vermisst.

Nachdem am Freitag ein Platz in einer kinder- und jugendpsychiatrischen Einrichtung freigeworden war, wurde die Familie des Jungen familiengerichtlich aufgefordert, Jeremie am Samstag Behördenvertretern anzuvertrauen. "Es war vereinbart, dass der Junge Ärzten zur Untersuchung übergeben werden sollte", hieß es aus Ermittlerkreisen.

Denn bei den Verantwortlichen im Jugendamt Hamburg Mitte wächst die Sorge um das Wohlbefinden des Elfjährigen, die auch Michael Osterburg teilt: „Es ist  wichtig, den Verbleib des Jungen zu klären und das Wohl des Kindes in den Vordergrund zu stellen. Der Junge muss in die Obhut des Jugendamtes zurückkehren und von dem sozialpsychiatrischen Dienst begutachtet werden. Zu prüfen ist, ob Jeremie tatsächlich Suizidabsichten hat. Außerdem wichtig ist, die Rolle der Großfamilie bei dem Verschwinden von Jeremie zu überprüfen und es sollte geklärt werden, welche Vereinbarungen vor Gericht getroffen wurden und/oder, ob die  Familie das Jugendamt mit dem Druck der Öffentlichkeit sogar erpresst.“

 

In Hamburg gehen Polizei und Jugendamt davon aus, dass der Junge von seiner Großfamilie versteckt gehalten wird. Nachdem der Termin am Samstag verstrichen war, suchten Polizeibeamte die Wohnungen der Großeltern, der Mutter und des Vaters auf. Der Sprecher des Bezirksamtes Hamburg Mitte sagte dazu: "Den Großeltern wurde klargemacht, dass der Junge jetzt gebracht werden muss, sonst wird die Polizei ihn finden."

Weil Jeremie aus einem Zirkus in Mecklenburg-Vorpommern verschwunden war, ist auch in Rostock weiter ein Verfahren wegen des Verdachts der Entziehung Minderjähriger anhängig. Trotzdem wollen sowohl in Rostock als auch in Hamburg die Behörden nicht von einer Razzia sprechen. Es seien lediglich Wohnungen durchsucht worden, jedoch ohne Erfolg, gab eine Polizeisprecherin bekannt. Somit bleibt die Lage unverändert und von Jeremie fehlt weiter jede Spur.