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Schulreform – Ansatz muss ganzheitlicher gedacht werden

Der Druck der Schulleiter ist groß. Vierzehn von Ihnen aus Wilhelmsburg und der Veddel haben einen deutlichen Brandbrief geschrieben. Kern des Problems ist, dass fast 90% der Schüler in diesen Vierteln eine Migrationsgeschichte haben und viele davon aus einem eher bildungsfernen Elternhaus kommen. Dies führt zu einem sehr hohen Anteil von Schülerinnnen und Schülern die weder Deutsch noch ihre eigene Muttersprache in einem angemessenen und ausreichenden Maße beherrschen. Dies führt wiederum dazu, dass um die 60% der Drittklässler in Kernkompetenzfächern nur Erstklässler - Niveau erreichen können.

Die Konklusion der Schulleiter sieht ernüchternd aus, Kinder die schon mit einem großen Defizit eingeschult werden, schaffen es in der Regel auch nicht mehr den Nachteil wieder aufzuholen. Dieser Brandbrief hat die Debatte über den Schuletat in der Bürgerschaft beherrscht. Aus allen Fraktionen wird gefordert, dass die Probleme in Wilhelmsburg von oberster Stelle aus angegangen werden. Denn es ist auch nicht weiter verwunderlich, dass die Schüler desinteressiert, ohne Ehrgeiz und ohne Antrieb wirken, scheint ihnen eine Perspektivlosigkeit schon in jungen Jahren vorgeschrieben zu werden. Michael Osterburg, Fraktionsvorsitzender der Grünen in Mitte, würde das Problem viel früher angehen: „Es ist wichtig, dass alle Kinder früh in der Kita die Sprachen lernen und unabhängig vom Elternhaus für die Schule vorbereitet werden. Notfalls mit einer Verpflichtung zum Kitabesuch. Deshalb muss die Kita nicht nur kostenlos sein, sondern auch den Bildungsauftrag erfüllen können mit genügend Etat.“

Auf Bürgerschaftsebene wird nun die Schuldfrage hin und her geschoben. Für die einen ging die Inklusion zu schnell, die anderen sehen große Versäumnisse, ein Patentrezept hat bisher keine der Parteien. Allen ist jedoch bewusst, dass hier großer Handlungsbedarf ist.