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Mit Leidenschaft und Mut

In den meisten Fällen ist es doch so, dass ein langer Kampf bestritten wird um kulturelle Projekte am Leben zu erhalten. Oftmals ist dieser Kampf vergebens, denn die sich verändernden Zeiten, sowie das andere Konsumverhalten der Menschen entziehen die Überlebensgrundlage für viele. So steht zum Beispiel das Streits Kino am Jungfernstieg vor dem Aus. Um so erstaunlicher ist es dann, wenn es motivierte Menschen gibt die eine Idee haben, einen Traum den sie in die Tat umsetzen wollen. So wie Stephan Reifenrath, der 2013 das Rialto-Lichtspiele wiedereröffnen möchte. 30 Jahre lang wurde das Kino in Wilhelmsburg vergessen. Leerstand und die Zeit haben die Räume sowie das Gebäude stark gezeichnet. Es muss grundsaniert werden. Eingespielte Kinos müssen schließen. Jeder Anlageberater würde den Kopf schütteln und doch wird hier beherzt zugepackt und ein Traum verwirklicht. „Wilhelmsburg macht es vor. Hier wird ein lange geschlossenes Kino wieder zum Leben erweckt. Ich hoffe dies ist ein Vorbild für andere Ideen für den Stadtteil, wenn nicht sogar für ganz Hamburg“, freut sich Michael Osterburg.

Der interessante Flachbau liegt am Vogelhüttendeich 30 und wurde von dem Unternehmer Stephan Reifenrath und seinem Partner Christian Steinberg gekauft. Für erst einmal eine Saison wollen sie den Wilhelmsburgern ein Kino wieder geben. Denn außer dem Insel-Lichtspiele, einem mobilen Kinoverein, gibt es seit acht Jahren kein Kino mehr in diesem Stadtteil. Passend zur Eröffnung der Internationalen Gartenschau 2013 soll auch das Kino seinen Betrieb wieder aufnehmen und Theater, Konzerte, Lesungen und Filme zeigen. In etwa 70.000 Euro müssen die beiden investieren und dann ist gerade eine Saison gesichert. Um das Kino längerfristig bespielen zu können, müssten schätzungsweise um die 500.000€ investiert werden. Geld das bis jetzt nicht zur Verfügung steht. Dafür viel Enthusiasmus und ehrenamtliche Helfer die bereit sind viel Arbeit und Mühen in dieses wilhelmsburger Original zu investieren. Das Haus, welches durch die lange, ungenutze Zeit ziemlich herunter gekommen ist, wurde 1913 gebaut."Es haben bereits so viele Leute in der Vergangenheit versucht das Kino zu betreiben. Ich kann es kaum glauben, dass es noch einmal öffnen soll und bin begeistert, über die Aussicht ins Rialto gehen zu können", freut sich Jutta Kodrzynski, Kulturpolitische Sprecherin der Bezirksfraktion. Zum hundertsten Geburtstag die Erweckung aus dem Dornröschenschlaf, eine Geschichte wie aus einem Film.