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Wut auf 10 Millionen-Brücke in der Hafencity

Vor dem Hintergrund drastischer Einschnitte in der Kinder- und Jugendarbeit protestierten betroffene Mitarbeiter gegen den geplanten Neubau der Brücke zur Elbphilharmonie.

 

Wieder einmal erhitzte das Verkehrskonzept der Hafencity die Gemüter. Am Montagnachmittag demonstrierten knapp 20 Mitarbeiter der offenen Kinder- und Jugendarbeit in der Hafencity mit Plakaten wie "3,5 Millionen weniger für die Jugendarbeit” und "10 Millionen für den Neubau einer neuen Brücke?". Sie wollten damit Aufmerksamkeit auf die in diesen Tagen fallende Entscheidung über den geplanten Bau der umstrittenen neuen Brücke zur Elbphilharmonie lenken. Kostenpunkt rund 10 Millionen Euro.


Grund für den Neubau sei, so die Begründung, dass die bestehende Mahatma-Gandhi-Brücke mit ihrer zweispurigen Fahrbahn die Besucherströme bei Konzerten nicht bewältigen könne. Statt eines Neubaus befürwortet eine Demonstrantin den etwa 250.000 Euro teuren, kostengünstigeren Vorschlag, lediglich den bestehenden Fußweg auf 4,50 m zu verbreitern: "Von den 10 Millionen, die hier investiert werden, könnte die gesamte offene Kinder- und Jugendarbeit in Hamburg drei Jahre weitermachen”, so Heike Ruppert Anklang.


Während die SPD die geplanten Ausgaben verteidigt und eine Modifizierung der Brücke als „Flickschusterei“ bezeichnet, sieht auch unser Fraktionsvorsitzender Michael Osterburg einen Neubau sehr kritisch: “Eine bessere öffentliche Erschließung mit Stadtbahn oder U4-Haltestelle an der Elbphilharmonie hätte viele Verkehrsprobleme im Vorfeld gelöst. Eine breitere Brücke hätte zusätzlich mehr Verkehr zur Folge, der auch im Wohngebiet des Kaiserkais deutlich zu spüren wäre.“
 Das Unverständnis der Demonstranten über den Bau eines solch teuren Projektes, nachdem der Sozialsenator Detlef Scheele (SPD) im Etat für 2013/14 Einschnitte in Höhe von 3,5 Millionen Euro in der offenen Kinder- und Jugendarbeit plant, kann Osterburg gut verstehen. Betroffen wären davon vor allem die Jugendzentren, Bauspielplätze und die Straßensozialarbeit. „In diesem Kontext ist der teure Neubau einer eigentlich schon vorhandenen Brücke nicht angebracht“, fasst der Fraktionsvorsitzende zusammen.