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Fall Jeremie – viele offene Fragen

Der 11-jährige Jeremie ist immer noch verschwunden. Je intensiver nun geforscht wird, wie es zu dem verschwinden des Jungen kommen konnte, desto mehr Fragen werden auch aufgeworfen. Die jugendpolitische Sprecherin der Grünen-Bürgerschaftsfraktion Christiane Blömeke hat zwei Anfragen an den Senat gestellt um konkrete Antworten zu bekommen. Doch zu entscheidenden Punkten kann auf Grundlage des Sozialdatenschutzes nicht geantwortet werden. „Wir brauchen mehr Details und eine gründliche Untersuchung. Vor allem auch in der Zukunft müssen die Konzepte transparent sein“, findet unser Fraktionsvorsitzender Michael Osterburg.

Die Unterbringung des Jungen im Zirkus „Monaco“ kostet Hamburg monatlich um die 7.400 Euro. Die Frage ist nun, ob er dadurch eine umfassende, ausreichende und Fallspezifische Betreuung bekommen hat. Allem Anschein nach war dies nicht der Fall. Das Betreuungspersonal hat keine pädagogische Ausbildung. Nur fünf Mal in zwei Jahren hat der Amtsvormund Jeremie gesehen. Die Maßnahme ist eigentlich erst für Jugendliche ab 14 empfohlen. Wieso bei ihm eine Ausnahme gemacht wurde und er schon mit 9 Jahren die Maßnahmen erhalten hat, ist noch ungeklärt. Sicher scheint zu sein, dass Jeremy durch seine Geschichte nicht einfach zu handhaben ist und von einigen Trägern keine Hilfe mehr bekommen hätte. Dies war seine letzte Chance, die Hilfe kann als Alternative zur geschlossenen Anstalt gesehen werden. Hat dieser Junge nun die Betreuung bekommen, die er gebraucht hat? Um diese Frage wird es wohl in den nächsten Wochen gehen. „Es ist unbestritten, dass der Junge kein einfacher Fall für das Jugendamt ist. Es gibt hier aber so viele Ungereimtheiten, dass jetzt alle Punkte auf den Tisch müssen“, sagt Christiane Blömeke und fährt fort „es muss geklärt werden, warum Träger aus Hamburg die Betreuung einiger schwieriger Kinder ablehnen. Außerdem muss die Frage auf den Tisch, ob Betreuungskonzepte ohne engmaschige pädagogische Betreuung wie für Jeremie Sinn machen und angesichts der hohen Kosten vertretbar sind.“ Es gibt also viele offene Fragen denen nachgegangen werden muss, für Jeremie kann nur gehofft werden, dass die Antworten nicht zu spät gefunden werden.