www.gruene-mitte.comHamburg-Mitte

Falle Überseequartier

Das Überseequartier soll das Herzstück der HafenCity werden. Doch es gibt Probleme. Der Bau stockt und nun hat auch noch einer der Großinvestoren seinen Ausstieg angekündigt. Die Probleme könnten die Stadt in finanzielle Bedrängnis bringen. „Wir fordern jetzt endlich Konsequenzen: „Die Vergabe aller Flächen an ein Konsortium haben wir schon 2005 kritisiert. Jetzt wird deutlich warum. Die Fertigstellung verzögert sich und die Entwicklung der inneren Hafencity wird schwierig“, sagt unser Fraktionsvorsitzender Michael Osterburg. „Wäre das Gebiet in mehreren Teilen an verschiedene Investoren vergeben wäre es stabiler und krisensicherer gewesen.“

Für das Überseequartier gab es ein Konsortium aus drei Investoren: Das niederländischen Unternehmen ING Real Estate und SNS Property Finance und der deutschen Projektentwickler Groß & Partner hatte 2005 den Zuschlag zur Entwicklung des Überseequartiers vom Senat erhalten. Es sollten 16 eigenständige Gebäude gleichzeitig gebaut und entwickelt werden, im Nordteil mit Wohnungen im Südteil eher Bürogebäude, in den unteren Etagen Einzelhandel.

 

Der Nordteil ist seit 2010 fertig. Für den Südteil müssten noch etwa 650 Millionen Euro investiert werden. Keines der acht geplanten Gebäude steht, lediglich die Baugrube für eine Tiefgarage wurde ausgehoben. Dies hat wiederum Auswirkungen auf den Einzelhandel im Nordteil. Beide Gebiete sollten sich ergänzen und nun erschwert die Nichtfertigstellung des Südteils die Entwicklung des Nordteils.

 

„Leider ist das aber noch nicht das ganze Problem“, erklärt Osterburg. Als sich 2010 die Finanzierungsprobleme abzeichneten, räumte der damalige Senat den Investoren eine Option ein, um Sicherheit für Banken bieten zu können. Nach dieser mietet die Stadt 50.000 Quadratmeter Bürofläche im Südteil des Überseequartiers, falls es keine Interessenten gibt. „Das war gefährlich und nun kriegen wir die Quittung“, sagt der GRÜNE Bezirkspolitiker. Die Mieten könnten bei mehr als 20 Euro pro Quadratmeter liegen.

 

Auch auf das Bezirksamt Mitte könnte die Verzögerung Auswirkungen haben, denn es ist als städtischer Mieter im Gespräch. Das lehnen die GRÜNEN in Mitte ab. „Das Bezirksamt sollte in der Nähe des Hauptbahnhofes bleiben“, fordert Michael Osterburg. Die Stadt sollte stattdessen dringend die Anmietungsoption wieder zurückziehen. „Das Konsortium hat nicht rechtzeitig geliefert. Da muss es doch jetzt eine Ausstiegsklausel geben“, meint Michael Osterbug.