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Viele Fragen um Jeremy

Das Kindeswohl muss an erster Stelle stehen und im Fall Jeremy machen einige Details den Fall immer fragwürdiger.

Der elfjährige Junge ist nach wie vor verschwunden und das Jugendamt hat Anzeige gegen Unbekannt erstattet.

Jeremy kam als kleiner Junge in die Obhut seiner Großeltern, da seine Mutter drogenabhängig war. Die Großeltern übernahmen die Pflegschaft, aus der Jeremy wieder herausgeholt wurde, nachdem das UKE Misshandlungsspuren entdeckte. Der Junge gilt als schwierig und er wurde im Alter von neun Jahren in einem Wanderzirkus untergebracht. Die Unterbringung kostet die Stadt mehrere Tausend Euro monatlich. Eine pädagogische oder sozialpädagogische Ausbildung hatten die Betreuer der sogenannten Fachpflegestelle im leider Zirkus nicht.

Nun ist der Elfjährige aus dem Zirkus verschwunden und bislang auch bei seiner Familie in Hamburg nicht wieder aufgetaucht. Die Familie behauptet in den Medien, dass es dem Kind im Zirkus schlecht ergangen sei und hat große Vorwürfe gegen das Jugendamt erhoben.

Die Zirkusfamilie bekräftigt das Gegenteil und sagt, dass die Familie Jeremy geholt haben müsse.Somit steht Aussage gegen Aussage.

„Es ist eine schwierige Situation und es muss umsichtig vorgegangen werden. Bis jetzt sind noch viel zu viele Fragen offen: wer steckt hinter der Autofahrt? Wie ist die Rolle von den Großeltern und dem Träger? Was für ein Konzept verfolgt der Zirkus? Und wie kann Jeremy in Zukunft am besten geholfen werden?“, fasst Michael Osterburg, Fraktionsvorsitzender der Grünen in Mitte, die vielen offenen Fragen zusammen.

 

Die GRÜNEN in der Bürgerschaft fordern diesen Fall auf Landesebene zu diskutieren und beantragen, dass sich der Familienausschuss der Bürgerschaft am 4. Dezember damit befasst.

Für eine derartige Unterbringungsform erhält der Träger mehrere Tausend Euro monatlich vom Jugendamt, daher sollte auch eine intensive pädagogische Betreuung des Kindes gewährleistet sein.

Des Weiteren hat die Sozialbehörde eine unabhängige Kontrollstelle eingerichtet die, die Arbeit von Jugendämtern und dem Allgemeinen Sozialen Dienst (ASD) beobachten, kontrollieren und bewerten soll:

„Hier wird der 3. Schritt vor dem 1. getan. Bevor eine Jugendhilfeinspektion ihre Arbeit aufnimmt, sollte zunächst eine Gesamtjugendhilfeplanung für den ASD in Hamburg vorgenommen werden, und anschließend sollte endlich mit der Personalbemessung für den ASD in den Bezirken begonnen werden. Darauf aufbauend könnte dann zusätzlich, wenn dann überhaupt noch nötig, diese Jugendhilferevision tätig werden“, sagt Lothar Knode, Fachsprecher des Jugendhilfeausschusses der Grünen in Mitte.

 

Das Wohl der Kinder und Jugendlichen muss an erster Stelle stehen und daher muss dringend gehandelt werden. Es darf aber auch nicht außer Acht gelassen werden, dass nicht alles, was über Medien verbreitet wird, der Realität entsprich. Der aktuelle Fall Jeremy bestätigt es wieder: Bevor ein Schuldiger benannt werden kann, müssen alle Informationen und Fakten gesammelt und ausgewertet werden. Dies muss schnell geschehen, damit Jeremy geholfen werden kann.