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Nach Chantal - Die zuständigen Stellen sind überlastet


Der Bericht der Innenrevision der für die Bezirke zuständigen Finanzbehörde zeigt wie nach dem tragischen Fall Chantal schon vermutet, gravierende Fehler aus. Es gibt mittlerweile sogar einen zweiten Bericht, er im eigens gegründeten „Sonderausschuss Chantal“ vorgestellt wurde. Demnach gibt es auch in anderen Jugendämtern eine ähnlich unprofessionelle Arbeit auf Kosten der Kinder.

„Es werden nicht nur die Aktenführungen nicht kontrolliert, sondern auch bei erkannten Mängeln werden keine Folgemaßnahmen ergriffen. Es ist erschreckend, wie laut Bericht die Kooperation zwischen der ASD und den freien Trägern der Pflegschaft abläuft. Hier gibt es in sieben von 20 Fällen große Lücken bei der Kommunikation und in der Fallzuständigkeit. Teilweise passiert 20 Monate gar nichts. Das kann so nicht weiter gehen, sonst haben wir bald den nächsten Fall eines tragisch verstorbenen Kindes. Es handelt sich bei Chantal um keinen Einzelfall, sondern um strukturelle Probleme, die aus Fehlern resultieren und die durch mangelnde Fallkontrolle immer weiter     erhärtet werden. Es ist an der Zeit mehr Personal einzustellen um alle Bestimmungen einzuhalten und die Kinder fachgerecht zu betreuen “, fasst unser Fraktionsvorsitzender die Situation zusammen.
Tatsächlich wird die Funktion der Überwachung nur unzureichend vom Jugendamt wahrgenommen. Auch eine Studie aus Koblenz kam zu dem Schluss, dass ein Fall wie Chantal jederzeit möglich ist.
„Die Regeln werden hier einfach nicht befolgt. Der ASD ist überlastet und es werden die MitarbeiterInnen nicht richtig geschult. Die Fach- und Dienstaufsicht muss stringenter zusammenarbeiten und die Aufgaben müssen regelkonform zwischen den zuständigen Stellen übertragen werden. Das sind die simplen Vorschläge der Innenrevision. Diese hätten schon längst erfüllt werden müssen und können nur mit mehr Personalaufwand umgesetzt werden“, sagt Michael Osterburg.