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Bei Abschiebung nicht unmenschlich werden

Am Freitagabend soll bei der versuchten Abschiebung einer Roma-Familie eine Mitarbeiterin der Ausländerbehörde einer Mutter ihr Baby entrissen haben. Laut Zeigenaussagen drohte die Beamte der Mutter ihr mit der Wegnahme des einjährigen Jungen. Nun ermittelt die Hamburger Staatsanwaltschaft. „Wenn diese Vorwüfe stimmen muss das Konsequenzen haben“, sagt unser Fraltionsvorsitzender Michael Osterburg.

Laut Medienberichten kamen die Beamten von Polizei und Ausländerbehörde zu einer Unterkunft für Asylsuchende in Billbrook. Ihr Ziel war es die siebenköpfige Roma-Familie abzuschieben. Vier der fünf Kinder der Familie waren jedoch nicht zuhause. Sie befanden sich zu dem Zeitpunkt in einer Ferienfreizeit. Laut Aussage der Mutter hätten die Beamten ihr das Baby weggenommen um den Aufenthaltsort der anderen Kinder zu erfahren. Weiter sagte die Frau aus, dass sie daraufhin ohnmächtig geworden sei. Laut Innenbehörde hat die Mutter einen Schwächeanfall erlitten und die Mitarbeiterin des Einwohner-Zentralamtes nahm ihr das Kind ab, weil sie zusammensackte. „Es ist gut, dass unsere Bürgerschaftsfraktion dieses Thema am 2. August vor den Innenausschuss bringt. Stimmen die Vorwürfe werden wir uns auch im Bezirk noch damit beschäftigen. So etwas darf nicht passieren“, sagt Osterburg. Auch die getrennte Abschiebung -der Vater, der bis vor kurzem wegen einer posttraumatischen Belastungsstörung in Behandlung war, wurde noch am Abend nach Skopje ausgeflogen- ist bei einer Familie mit kleinen Kindern kein schönes Mittel. „Es ist viel zu tun in unserer Asylpolitik“, sagt Michael Osterburg.