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Dratelnstraße wird Parkplatz

Der Regionalausschuss Wilhelmsburg hat sich dagegen und der Umweltausschuss nur unter schweren Auflagen dafür entschieden. Die Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt (BSU) ignoriert alle Beschlüsse. Wir wollten keinen igs-Parkplatz auf der Fläche an der Dratelnstraße.

Hintergrund

Die igs 2013 GmbH plant den Bau einer temporären (für sieben Monate) Stellplatzanlage für 1.335 Stellplätze an der Dratelnstraße. Für das Verfahren sollen ca. 4,1 ha Fläche in Anspruch genommen werden, für die es einen alten B-Plan aus den 1970er Jahren gibt. Dieser B-Plan weist Industrie und Grünfläche aus. Auf dem Gelände hat sich durch Nutzungsaufgabe und unterschiedliche Bodenfeuchte eine Stadtbrache mit einem Biotopmosaik aus überwiegend höherwertigen Ruderalfluren, Gehölzstrukturen und Röhrichten entwickelt. So hat das Gebiet laut BUND eine hohe Bedeutung für den Naturschutz, vor allem für die Vogelwelt und ein zukünftiges Biotopverbundsystem. Es zeichnet sich außerdem durch Strukturreichtum und höherwertige Biotope als Rückzugsraum in einer städtischen Umgebung aus. Es besteht ein hoher Anteil gesetzlich geschützter Biotope nach § 30 BNatSchG und ein umfangreicher Baumbestand. Zudem kommen nach Artenschutzrecht geschützte Brutvögel und Fledermäuse vor. Mit dem Bau des Parkplatzes würde dies alles unwiederbringlich verloren gehen. Hinzu kommt, dass die bisherigen Eingriffe in die Natur in Wilhelmsburg nicht kumulativ betrachtet worden sind. Wäre dies passiert, würde man sehen, dass das Gebiet in seiner Wertigkeit erheblich gesteigert wurde, denn bisher wurde dies Gebiet immer als Ausweichmöglichkeiten für andere bebaute Grünflächen in der Neuen Mitte Wilhelmsburg benannt. Die Tiere konnten nur noch auf die Fläche an die Dratelnstraße oder nach Hauland ausweichen. Nimmt man nun eine der beiden Flächen weg, müsste mindestens die andere aufgewertet werden.

Unsere Forderungen

Wir wollten, dass genau geprüft wird, ob der Parkplatz nicht an eine andere Stelle kann. Diese Prüfung wurde gemacht und uns wurde gesagt es sei nicht möglich auszuweichen. Auf unseren Antrag hin beschloss der Umweltausschuss, dass in diesem Fall der Ausgleich für die Zerstörung des Geländes an der Dratelnstraße an dem naturschutzfachlich sehr hohen Wert des Geländes orientiert werden solle. Außerdem forderten wir in dem Antrag, dass der Ausgleich in Wilhelmsburg geschehen müsse.

Das passiert

In ihrer Mitteilung weist die BSU darauf hin, dass die Fläche an der Dratelnstraße „mittelfristig von erheblicher Bedeutung für eine neue bauliche Entwicklung in diesem Bereich ist.“ Die Forderung der Bezirksversammlung den Ausgleich an der Fläche zu orientieren, wurde übergangen. Stattdessen wurde nach der in Hamburg gängigen Praxis im Rahmen der Bilanzierung von Eingriffen in Natur und Landschaft, Ausnahmen für nach § 30 Bundesnaturschutzgesetz geschützten Biotopen, Artenschutz und Hamburgischen Baumschutzverordnung vorgegangen. Wir sind – genau wie der BUND- nicht der Meinung, dass dieses Vorgehen der Zerstörung angemessen ist.

Im 11. Umweltausschuss berichtete die Verwaltung (laut Niederschrift) auf die Frage zum Gelände, welches für den Ausgleich zur Verfügung gestellt werden soll, „dass es sich um ein ehemaliges Spülfeld in Moorwerder handelt. Es handelt sich um eine Ackerbrache. Hinsichtlich besonderer Vorkehrungen aufgrund der Altlastensituation ist die zuständige Abteilung in der BSU in das Verfahren einbezogen gewesen.“

 

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20-044-11 Mitteilung Planungen igs Park
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